Haldensleben l In der vergangenen Woche wurden Gerüchte laut, dass die Klinikkette Ameos verkauft werden soll (Volkstimme berichtete). Der Konzern hat die Gerüchte dementiert. Trotzdem hat die Fraktion CDU/FDP einen Antrag gestellt, der das Agieren der Politik im Falle eines Verkaufs von Ameos beinhaltet. Die Forderung: Die Wiederaufnahme der Kinderklinik inklusive Kreißsaal in Haldensleben.

Rückblick: Das Ameos-Klinikum hatte sowohl eine eigenständige Kinderklinik als auch einen eigenen Kreißsaal. Das war im Jahr 2015. Im März 2016 war dann auch im Kreißsaal Schluss. Hintergrund waren laut dem damaligen Klinikdirektor Personalmangel auf der Entbindungsstation, aber auch immer weniger Geburten in Haldensleben. Zuerst versuchte Ameos, die Station mit Öffnungszeiten zu retten. Doch der Versuch scheiterte.

Nun will die Fraktion CDU/FDP das Thema wieder ins Gespräch bringen. Laut Antrag, der der Volksstimme vorliegt, sollen beide bisher geschlossenen Stationen wieder öffnen. Dabei wird gefordert, dass die Stadt Haldensleben auf Gespräch mit dem Landkreis Börde und potenziellen Verkäufern drängt und dieses Vorhaben anbringen wird.

„Der Geburtsort Haldensleben ist von der Bildfläche verschwunden“, sagte Tim Teßmann (CDU), der nach eigenen Angaben der Ideengeber der Antrags ist. Er betont, dass eine Kinderklinik junge Familien in Haldensleben und der Region halten kann und eine Geburtenstation zu einer positiven Bevölkerungsentwicklung beitragen könne.

Seit der Schließung der Entbindungsstation in Haldensleben müssen Frauen zur Geburt nach Magdeburg oder Gardelegen. In Gardelegen ist die Schließung der Kinderklinik ebenfalls seit vergangenem Jahr Thema. Als Argumente nannte die Salus Altmark Holding als Betreiberin betriebswirtschaftliche Gründe und die schwierige Suche nach Fachpersonal. Die Gardeleger Kinderklinik behandelte zuletzt rund 800 Fälle jährlich.

Landrat Martin Stichnoth (CDU) äußerte sich in der vergangenen Woche zu den Gerüchten der Ameos-Schließung: „Sollte es dazu kommen, dränge ich nachhaltig darauf, dass die Krankenhausversorgung für unser Bevölkerung ohne Einschränkungen gesichert bleibt.“

Der Antrag der Fraktion CDU/FDP ist eher als „Willensbekundung“ zu verstehen, so Teßmann. Besprochen wird dieser im kommenden Stadtrat am 11. März.