Dolle l Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) blieb es vorbehalten, die Glut in den Quandelschacht des Meilers zu schütten und damit den Schwelprozess in Gang zu setzen. Assistiert wurde er dabei von der sachsen-anhaltischen Waldkönigin Maria Dolge und der siebenten Heidekönigin Nadine Sonnemann. Die fachliche Aufsicht oblag dabei Köhler Klaus Benze.

Der Dollenser führt die Tradition der Köhlerei in dem Heidedorf weiter, die vor 14 Jahren mit dem ersten Köhlerfest wieder auflebte. Unterstützung beim Bau des Meilers bekam Klaus Benze in den vergangenen Wochen von Uwe Westphal, da sein langjähriger Köhlerkollege Wolfgang Nielebock derzeit erkrankt ist.

Holz kommt aus der Nähe

„Die etwa 25 Festmeter Buchenholz wurden ganz in der Nähe geschlagen“, informierte Günter Knüppel von der Bundesforst, die das Köhlerfest in Dolle seit vielen Jahren unterstützt. Unterstützung kam in diesem Jahr auch von der Landesforst, die im Rahmen des Festes Köhlerfestspiele organisierte. Den ersten Preis, ein Stück Wild, gewann das Team „Waldameisen“. Ein Sack Holzkohle ging an die zweitplatzierten „Dorfschulzen“ (eine Bürgermeister-Auswahl). Platz drei erkämpften sich die „Florianjünger“ von der Feuerwehr Dolle, die mit einer Flasche „Köhlerliesel“ belohnt wurden.

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Die zahlreichen Besucher erfreuten sich auch an musikalischen Darbietungen. Dafür sorgten die Burgstaller „Heide-Jagdhornbläser“ ebenso wie die Stendaler Stadtmusikanten. Musikalische Grüße der Köhler aus dem Harz überbrachte das Jodlerpaar Martina und Andreas.

„Wir hatten viele fleißige Helfer“, bedankte sich Bürgermeister Carsten Miehe (parteilos) unter anderem bei den fleißigen Kuchenbäckerinnen, bei den Gemeindearbeitern, die den Festplatz hergerichtet hatten und bei den Kameraden der Feuerwehr, die für die Sicherheit sorgten.

Kinder zünden den Kindermeiler

„Es ist schön, dass solche Traditionen gepflegt werden“, lobte Innenminister Holger Stahlknecht. Auch für die Waldkönigin und Nadine Sonnemann, eine der dienstältesten Heideköniginnen, war das Zünden des Meilers ein unvergessliches Erlebnis.

Schon am Tag zuvor errichteten Kinder aus den Burgstaller Ortsteilen einen kleinen Meiler. Den entzündeten sie zum Auftakt des Köhlerfestes. Ob bei einem der Kinder das Interesse an der Köhlerei geweckt wurde und Verstärkung für Klaus Benze heranwächst?

Etwa eine Woche braucht es, bis die fertige Holzkohle „geerntet“ werden kann. Verkauft wird kommenden Sonnabend direkt am Meiler. Bestellungen sind beim Bundesforstamt unter 039364/9300 möglich.