Haldensleben l Mit Donnerhall hat am Sonnabend der Kreisschützenverband Ohre-Kreis seine Versammlung eingeläutet. Zehn Kanonen der Kreisböllerbatterie bezogen auf der Masche Stellung. Anschließend feuerten sie zahlreiche Salven. Der eigentliche Auftakt der Veranstaltung folgte im Gebäude der Schützengilde.

Kreisschützenmeister Hartmut Neumann begrüßte zunächst die Gäste. Er bedankte sich für die Gastfreundschaft und die Möglichkeit, den Kreisschützentag erneut in Haldensleben abhalten zu können. Das erste Grußwort hielt die stellvertretenden Bürgermeisterin Sabine Wendler: „25 Jahre Kreisschützentag – dahinter verbergen sich 25 Jahre erfolgreiche Verbandsarbeit, verbunden mit unzähligen Stunden ehrenamtlichen Engagements“, erklärte sie. „Als Kreisschützenverband leisten Sie einen überaus wichtigen Beitrag bei der Vereinspflege in unserem Landkreis. Aktuell vertreten Sie die Interessen von 1355 Schützenschwestern und Schützenbrüdern, die in 32 Vereinen organisiert sind“, fasste Sabine Wendler zusammen. „Sie pflegen Werte wie Kameradschaft und Hilfsbereitschaft, halten historische Traditionen lebendig. Sie bereichern unser kulturelles Leben.“

Außerdem verwies die stellvertretende Bürgermeisterin auf ein zweites Jubiläum: „Aus den Aufzeichnungen des Verbandes geht hervor, dass genau vor 20 Jahren der erste Kreisdamenpokal ausgeschossen wurde.“

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Lange Historie

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Behrens hielt fest, dass viele Schützenvereine und -verbände nach der Wende neu gegründet wurden. Dadurch gebe es derzeit mehrere 25. Geburtstage. Doch die Tradition des Schützenwesens reiche viel weiter zurück. Besonders wichtig sei aber vor allem die Gewinnung junger Mitglieder. „Wir müssen mehr daran denken, um die erfolgreiche Arbeit der Schützenvereine weiter zu gewährleisten.“

Ähnlich äußerte sich Landrat Hans Walker. Er hob hervor, dass es sich bei Schützen nicht um „Schießwütige“ handele. Vielmehr würden die Vereine Geselligkeit und Sport verbinden. Sie gingen auf eine ernste Tradition zurück.

Pflege von Tradtionen

Hier knüpfte Oberstleutnant Harald Reinhardt an. Er war als Leiter des Stabes des Gefechtsübungszentrums in der Colbitz-Letzlinger Heide zu Gast. „Früher gab es Landwehrregimenter und Linienregimenter“, blickte er zurück. Aus Ersteren hätten sich die Schützen entwickelt, aus Letzteren die reguläre Armee. „Wir haben viele Gemeinsamkeiten und es fällt uns leicht, gemeinsame Interessen zu vertreten“, so Harald Reinhardt.

Wolmirstedts Bürgermeister und CDU-Landsratskandidat Martin Stichnoth verwies auf das Leitbild, an dem der Landkreis arbeite. Dabei spiele bürgerschaftliches Engagement eine wichtige Rolle. „Das Ehrenamt und die Pflege von Traditionen müssten weiter gefördert werden“, betonte Stichnoth. Thomas Kasseckert, der Vizepräsident des Kreissportschützenverbandes Börde war ebenfalls vor Ort. Er wünschte dem Kreisschützenverband Ohre-Kreis zum Jubiläum alles Gute.

Benefizschießen in Barleben

Der stellvertretende Kreisschützenmeister Rolf Grobe zeigte sich vor allem von der guten Teilnahme erfreut. 27 Vereine waren vertreten. Anschließend warf Hartmut Neumann einen Blick in die Vergangenheit: „Der Kreisverband wurde am 17. September 1993 mit 16 Vereinen mit 645 Mitgliedern gegründet. Heute verfügen wir aktuell in 32 Vereinen über 1355 Mitglieder und sind damit der zweitgrößte Kreisverband im Landesverband.“ Weiterhin stellte Neumann die Idee vor, einen Förderverein für den Kreisschützenverband zu gründen. Es habe bereits erste Gespräche mit Vertretern von Industrie und Handwerk gegeben. „Der Förderverein soll in erster Linie der Unterstützung unserer Jugendarbeit dienen“, so Hartmut Neumann. In dieser Hinsicht sei es auch wünschenswert, den Jugendförderpreis wieder ins Leben zu rufen. Nicht zuletzt stellte er den Anwesenden Torsten Kral als neuen stellvertretenden Kreissportleiter vor.

Das Benefizschießen soll dieses Jahr in Barleben stattfinden. Den Antrag dazu stellte Ulrich Dürrmann, Vorsitzender des dortigen Schützenvereins. Wie er erklärte, solle der Erlös der Aktion „Hilfe für Michelle“ zugutekommen. Dabei geht es um die Familie einer jungen Barleberin, die bei der Geburt ihres ersten Kindes eine Fruchtwasserembolie erlitt. Seither liege sie im Koma. Um sie aus der Klinik heimholen zu können, müsse das Haus umgebaut werden. „Wir vom Vorstand sind einstimmig für den Antrag“, so Hartmut Neumann. Die Anwesenden schlossen sich diesem Votum an. Neumanns Stellvertreter Rolf Grobe gab Details zur Jubiläumsfeier des Kreisschützenverbandes bekannt. Diese findet am 15. September auf der Schlossdomäne Wolmirstedt statt. Geplant seien unter anderem ein Salutschießen der Kreisböllerbatterie, ein Umzug, eine Abendveranstaltung sowie ein großes Feuerwerk.

Erfolgreicher Nachwuchs

Kreissportleiter und Landesjugendleiter Michael Weißbrich konnte in seiner Rede zahlreiche Erfolge anführen. So hätten Teilnehmer bei den Landesmeisterschaften im Nachwuchsbereich 2017 Medaillen in allen Disziplinen errungen. „Das gab es noch nie“, so Weißbrich.

Er trug auch den Bericht der Kreisjugendleiterin Undine Weißbrich vor. Darin hieß es: „2017 war für unsere Kreisjugend sehr erfolgreich.“ So habe es mehrere Landesmeistertitel und Teilnahmen an der Deutschen Meisterschaft gegeben.

Ebenfalls am Sonnabend fand das Kreiskönigsschießen statt. Den Königstitel sicherte sich Alexander Ebeling (LSV Neuenhofe). Kreiskönigin wurde Andrea Borchers (JSG Haldensleben). Der Titel des Kreisjugendkönigs ging an Vincent Plauschenat (KK SV Ochtmersleben). Neue Kreisjugendkönigin wurde Laura Schöneberg (Schützengilde Haldensleben).