Tourismus

Neues Fernrohr schärft jetzt den Blick über den Flechtinger Schloss-See

Das Flechtinger Ortszentrum ist um eine weitere Attraktion reicher. Nach verschiedenen Spielen können Einheimische und Besucher nun auch einen Blick durch ein Fernrohr über den Schloss-See schweifen lassen.

Von Carina Bosse

Flechtingen - Immer wieder bleiben Passanten stehen und schauen durch das Fernrohr an der Altenhäuser Straße oberhalb der Flechtinger Kurpromenade über den Schloss-See. Kora Duberow, Abteilungsleiterin Kur und Tourismus in der Gemeinde Flechtingen, kann die Freude der Vorbeikommenden verstehen.

„Ein Fernrohr ist typisch für Urlaubsorte mit besonderen Blickpunkten und es ist einzigartig in der Region“, stellt Kora Duberow fest. „Das wollte ich als studierte Touristikerin für unseren Luftkurort schon viele Jahre haben, doch ohne Förderung wäre diese Attraktion für Flechtingen nicht möglich gewesen.“

Das Fernrohr gehört zum Projekt „Das ganze Dorf als Spiellandschaft – Der Kurort als Erlebnisraum“, das aus EU-Mitteln zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt gefördert wird. Hergestellt wurde es von einer Spielgerätefirma, aber für Menschen jeden Alters. Es ist also nicht einfach ein Spielgerät, sondern ermöglicht einen sehr guten Blick über den See.

Nicht nur Touristen soll das Fernrohr begeistern, sondern ebenso den Alltag für die Einheimischen abwechslungsreicher machen. Auch die Flechtinger Kinder können ihre Heimat auf neue Weise entdecken.

Benutzung ist kostenlos

Das Fernrohr kann kostenfrei genutzt werden. Dieses Modell gäbe es gar nicht mit Münzeinwurf, stellt Kora Duberow fest. Touristen wie Einheimische werden sich über diesen Service freuen und dafür vielleicht mehr Geld in der Gastronomie oder im Einzelhandel ausgeben. Studien haben diesen Effekt bei Untersuchungen zu kostenfreien Angeboten wie beispielsweise Parkplätzen oder kleinen Give-aways belegt, weiß sie.

Damit es alle sehen und bequemer nutzen können, im Vorbeigehen sozusagen, steht das Fernrohr oben an der Straße und nicht am tiefer gelegenen Seeufer an der Kurpromenade.

Nur ein paar Meter weiter erfahren die Passanten auf einer Infotafel mit dem Panorama Wissenswertes zur Geschichte von Schloss und Park sowie über den See. Zur Heimatgeschichte und zum See bekam Kora Duberow Unterstützung von Kurt Buchmann und Frank Pollmer.

Idee von Kurhausleiterin

Kurhausleiterin Kerstin Seifert, die gemeinsam mit Mitarbeiterin Madlen Weidemann die Tourist-Information betreut, hatte die Idee, das Panorama mit den Informationen zusätzlich für ein Faltblatt zu nutzen. Auf der Rückseite des Faltblatts wird es einige Informationen zum Wasserschloss geben. Danach wird oft gefragt. Deshalb freut sich das Kurhausteam, wenn es voraussichtlich ab Anfang Juli das neue Faltblatt verteilen kann. „Das Projekt Spiellandschaft war fachlich anspruchsvoll und arbeitsintensiv, hat aber unglaublich viel Spaß gemacht“, zieht Kora Duberow Bilanz. „Großer Dank geht an den Bürgermeister, den Gemeinderat und den Familienbeirat für die Mitarbeit bei der Projektentwicklung sowie an Susanne Dammeyer vom Bauamt der Verbandsgemeinde und den Bauhof der Gemeinde für die Umsetzung.“

Das Zentrum des Luftkurortes bleibt auch künftig ein Dauerbrenner für die Ortsgestaltung, ohne dabei die Entwicklung der gesamten Gemeinde aus den Augen zu verlieren. Im Zentrum gibt es nämlich eine besonders hohe Nutzerdichte, eine große Außenwirkung für die gesamte Gemeinde und einen sehr starken Verflechtungsbereich zwischen Dorfleben und Tourismus, zwischen Verwaltung, Einzelhandel, Dienstleistung, Kultur, Gastronomie und Freizeitangeboten, stellt die Abteilungsleiterin fest.

Für die nächsten Jahre könnte sie sich noch viele kleine und größere Ergänzungen vorstellen, zum Beispiel Blumenkästen am Geländer der Altenhäuser Straße oder WLAN-Hotspots. Ein sehr positives Feedback und Ideen der Einwohner stärken Bürgermeister und den Mitarbeitern der Gemeinde in ihren Bemühungen den Rücken.