Colbitz l Mit rund 60 Soldaten war in den vergangenen Tagen die Bundeswehr in Colbitz eingerückt - allerdings nicht zum Kampfeinsatz oder zur Gefahrenabwehr. Die dritte Kompanie vom Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Colbitz-Letzlinger Heide hatte gemeinsam mit den Colbitzern eine mittlerweile zehn Jahre dauernde Tradition gepflegt und sich im Ort engagiert.

Der Colbitzer Bürgermeister Eckhard Liebrecht (parteilos) freute sich über das Engagement der Soldaten, das vor zehn Jahren der damalige Bürgermeister Heinz Kühnel und der damalige Kompaniechef Christian Kraus als Patenschaft per Unterschrift besiegelt hatten. Aufgabe der Patenschaft sollte es sein, die „gegenseitige Verbundenheit von Gesellschaft und Staatsbürgern in Uniform zu festigen“. Passieren sollte dies laut Patenschaftsurkunde durch „gemeinsame kulturelle, sportliche und gesellige Veranstaltungen und gegenseitige Unterstützung“.

Dorfteich entkrautet

Diese Buchstaben der Vereinbarung hat sich die dritte Kompanie in ihren zwei Einsatztagen in Colbitz sehr zu Herzen genommen. Dabei standen für Soldaten auch eher ungewohnte Tätigkeiten auf dem Tagesplan, wie Eckhard Liebrecht aufzählte: „Am Sportplatz haben sich die Soldaten um den Schnitt von Rasen, Bäumen und Sträuchern gekümmert. Außerdem haben sie noch den Dorfteich von Schlingpflanzen befreit, eine Einfriedung für den Schulgarten gebaut und Pfähle als Grundlage für einen Sonnenschutz in der Kita gesetzt.“

Neben der gemeinsamen Arbeit stand auch ein Fußballspiel auf dem frisch hergerichteten Sportplatz auf dem Plan, das musste allerdings wegen des Gewitters am Montagabend ausfallen. „Wir haben dann einfach beieinander gesessen und uns ausgetauscht“, sagte Hauptmann und Kompaniechef Craig McGrath. Er ergänzte: „Ich habe schon einige Patenschaften erlebt, aber die Verbindung mit Colbitz ist etwas ganz Besonderes. Wir hatten jedenfalls nicht nur Arbeit, sondern auch richtig Spaß.“

Dabei hätten die Soldaten „ordentlich was geschafft“ und die geplanten Vorhaben sogar „übererfüllt“. Mit dieser Abwechslung im Soldaten-Alltag seien alle sehr zufrieden. McGrath bedankte sich auch ausdrücklich für die Unterbringung und Bewirtung in Colbitz.

Auch Heinz Kühnel, der vor zehn Jahren den Beginn der Patenschaft zwischen Gemeinde und Soldaten begleitet hatte, überzeugte sich vor Ort vom Einsatz der dritten Kompanie. „Dieser Einsatz war wieder eine wirklich große Hilfe für die Gemeinde“, sagte er.