Lockstedt l „Das Thema Corona-Pandemie steht derzeit überall an erster Stelle, aber es gibt auch positives zu berichten. Vom Ortseingang Lockstedt in Richtung Rätzlingen wurden nämlich Bäume gepflanzt“, sagte Jörg Schumann, Bewohner von Lockstedt. Schumann schilderte, dass nicht nur er, sondern auch einige andere Lockstedter sehr positiv überrascht von der Pflanzaktion waren. Nun wollte Schumann wissen, wer die jungen Bäume an der Kreisstraße 1126 gepflanzt hat.

Weil es sich um eine Kreisstraße handelt, hat Karin Neuendorf, Leiterin des Eigenbetriebes Straßenbau und -unterhaltung, die Antwort auf seine Frage. „Es sind 24 Winterlinden. Die Pflanzung ist eine Ersatzmaßnahme“, sagte Karin Neuendorf. Grund für die Ersatzmaßnahme war, dass an der Baustelle an der „Straßenbrücke bei Lockstedt“ in Richtung Saalsdorf fünf Bäume gefällt wurden. Die Brückenbaumaßnahme fand 2018/19 statt. „Die Vorgabe waren 15 Bäume. Da haben wir beschlossen, dass wir gleich ein paar mehr pflanzen“, erklärte die Leiterin des Eigenbetriebes.

Oft wenig Platz an den Straßen

An der Kreisstraße von Lockstedt in Richtung Rätzlingen sei genügend Raum für die Baumpflanzungen gewesen. „Wir haben meist das Problem, dass an den Straßen wenig Platz ist. Wir wollen ja ein bisschen von der Straßenkante weg pflanzen“, beschrieb Karin Neuendorf. Nils Hering ist der Baumwart des Eigenbetriebes Straßenbau und -unterhaltung. Bei den 600 Kilometer Straßen gilt es für ihn, sich um etwa 70.000 Straßenbäume zu kümmern. „Diese Bäume müssen stets begutachtet werden. Auch Pflanzmaßnahmen betreut der Baumwart. Hering ergänzte: „Bei solchen Maßnahmen müssen wir ja auch immer die Grenzen einhalten, also auf den Grundstücken des Landkreises pflanzen.“

Außerdem muss – nach den Ausführungen des Baum- experten – auch der Abstand zum Acker eingehalten werden. Die Straße sei deshalb ideal für die jungen Winterlinden. Damit die Bäume vor Wind und anderen Gefahren geschützt sind, wurden die Pflanzen jeweils mit einem Dreibock gesichert. Die Pflanzmaßnahme kostete insgesamt 14.000 Euro. „Dazu gehört auch, dass die Mitarbeiter der Gartenbaufirma die Bäume noch drei Jahre lang wässern und pflegen“, erklärte Karin Neuendorf. Ähnliche Ersatzmaßnahmen würden derzeit noch an der Oberen Aller bei Sommersdorf und zwischen Rottmersleben und Bebertal stattfinden.