Erxleben l Ein lauter Knall hat am Donnerstag kurz nach 15 Uhr die Nachbarschaft in der Magdeburger Straße in Erxleben aufgeschreckt. Ein kurzer Blick auf das Nachbarhaus ließ bereits dicken Rauch hinter den Fenstern im ersten Stock der Eckwohnung erkennen. Sofort wurde der Notruf gewählt.

Nur wenige Minuten später trafen die ersten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Erxleben ein. Sechs weitere Wehren aus Eimersleben, Ostingersleben, Uhrsleben, Emden und Calvörde sowie die Eilsleber Kameraden mit ihrer Drehleiter, die aufgrund des Baumbewuchses an der Straße aber nicht zum Einsatz kommen konnte, folgten. Die Bundesstraße 1 musste vom Triftweg bis zur Tankstelle am östlichen Ortsausgang voll gesperrt werden. Der Verkehr wurde umgeleitet.

Knall schreckt Nachbarn auf

„Wir hatten das Feuer schnell im Griff“, sagte Einsatzleiter Frank Alvermann vor Ort. Dank der zahlreichen Wehren konnte der Löschangriff mit Atemschutzgeräteträgern zügig vorangetrieben werden. Allerdings wurde schnell zur traurigen Gewissheit, dass eine Person bei dem Brand ums Leben gekommen war. Nach bisher noch unbestätigten Angaben handelt es sich dabei um den in der Wohnung allein lebenden 51-jährigen Mieter. Die Identität des Toten muss jedoch erst noch endgültig festgestellt werden.

Bilder

Dem schnellen Eintreffen der Feuerwehrleute ist es wohl auch zu danken, dass die anderen Wohnungen in dem rund 130 Jahre alten Gebäude von dem Brand nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden. Denn die Dachkonstruktion aus Holz und Lehm über der betroffenen Eckwohnung des Reihen-Mehrfamilienhauses zieht sich frei durchgängig durch das ganze Gebäude mit seinen vier Eingängen.

„Hätte das Dach Feuer gefangen, wäre es wohl zu einer Katastrophe gekommen“, zeigte sich der Einsatzleiter der Feuerwehr froh über das Glück im Unglück. Nicht auszudenken, was hätte passieren können, denn das Grundstück grenzt auch an die örtliche Tankstelle, die sich nur wenige Meter von der nicht betroffenen Gebäudeseite entfernt befindet.

Opfer ist vermutlich der Mieter

Zur Brandursache nahmen noch während des Feuerwehreinsatzes Kriminalpolizisten der Spurensicherung ihre Arbeit auf. Nach ersten Erkenntnissen befand sich der Brandherd in unmittelbarer Nähe des Opfers. Der laute Knall, den die Nachbarn vernommen hatten, war wohl einem alten Röhrenfernseher geschuldet, der aufgrund der Hitzeentwicklung implodiert war. Doch dafür gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Die Sorge galt zunächst der  Sicherheit des Hauses und der Bergung des Toten.

Nach einer Kontrolle mit der Wärmebildkamera durch Frank Alvermann und zwei weitere Kameraden aus Erxleben und Emden auf eventuell noch vorhandene Glutnester konnte Entwarnung gegeben werden. Die zuerst eingetroffene und zuletzt noch vor Ort befindliche Erxleber Feuerwehr konnte ihre Ausrüstung nach rund zwei Stunden einsammeln. Der Rauch hatte sich auch aus der unteren Wohnung verzogen.

Spurensicherung läuft

Ob diese bewohnbar bleibt, wurde zunächst noch untersucht. Das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Flechtingen hatte sich vorsichtshalber um eine vorübergehende Bleibe für den Mieter bemüht. Zu diesem Zeitpunkt konnte auch der Verkehr über die Bundesstraße 1 wieder rollen.