Haldensleben l Seit Juli 2019 haben junge Haldensleber den Bahnhofsvorplatz offenbar als neuen Treffpunkt entdeckt. Dort sowie am Busbahnhof stehen viele Bänke, auf denen es sich bei warmem Sommerwetter prima sitzen und quatschen lässt. Wo viele junge Menschen zusammenkommen, gibt es aber auch schonmal Probleme: gerade in den Abendstunden während der Ruhezeiten würden die Jugendlichen laute Musik aus transportablen Boxen abspielen, teilt die Polizei mit. Das freut die Anwohner natürlich nicht unbedingt.

Wie ein Polizeisprecher erklärt, sei es deshalb schon häufiger zu Bürgerbeschwerden gekommen. In Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt sowie der für das Bahnhofsgelände zuständigen Bundespolizei Magdeburg führen Beamte des Polizeireviers Börde deshalb verstärkt Kontrollen an Bahnhof und Busbahnhof durch.

„Auf dem Bahnhofsvorplatz halten sich schon immer viele Menschen auf – vorranging sind das Jugendliche. Seit Juli ist das nun verstärkt der Fall. Wir haben das aber schon immer im Blick gehabt und kontrollieren dort vermehrt“, gibt Sebastian Richter, amtierender Leiter Zentrale Aufgaben des Polizeireviers Börde, Auskunft.

Anzeigen wegen Ruhestörung

So wurden in den vergangenen Wochen etwa Musikboxen sichergestellt, die für Ruhestörungen sorgten, Anzeigen wegen Urinierens in der Öffentlichkeit gefertigt und andere kleinere Ordnungswidrigkeiten von den Beamten aufgenommen. Bei einer erwachsenen Person wurde kürzlich außerdem eine geringe Menge Betäubungsmittel gefunden.

„Da es sich beim Bahnhofsvorplatz und dem angrenzenden Areal des ZOB um Treffpunkte für Jugendliche handelt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass neben Alkohol auch andere Substanzen konsumiert werden. Es kann aufgrund der hohen Frequentierung dieses Ortes als Verkehrsknotenpunkt der öffentlichen Nahverkehrsmittel nicht ausgeschlossen werden, dass hier mitunter auch Betäbungsmittel gehandelt werden. Die vorliegenden Zahlen anhand der Personenkontrollen geben jedoch für diese Annahme keinen Anlass“, antwortet Polizeisprecher Matthias Lütkemüller auf eine konkrete Anfrage der Volksstimme.

Gerade im Feld der Drogen-Delikte sei die Dunkelziffer allerdings enorm hoch, „so dass Informationen zu handelnden Personen aus der Bevölkerung sehr hilfreich sind, um gegen die Täter gezielt vorgehen zu können“, erklärt Matthias Lütkemüller.

Vorrangig bleibe es aber bei Ruhestörungen, wie auch im Ordnungsamt der Stadt bekannt ist. Vor allem würden Lärmbelästigungen aber nicht am Tage passieren, wenn die Stadtwache ihre Kontrollgänge unternehme, sondern in den späten Abendstunden. Deshalb springe dann auch die Polizei ein. Laut Haldenslebens Pressesprecher Lutz Zimmermann sei seit Juni auch die Abteilung Jugend und Sport der Stadtverwaltung darüber informiert, dass es auf Busbahnhof und Bahnhofsvorplatz zu Lärmbelästigung kommt. Deshalb besuche Haldenslebens Streetworker Gerald Tiedge den Bereich regelmäßig und habe Kontakt zu den einzelnen Jugend-Gruppen aufgenommen. „Im Rahmen von Gesprächen versucht er, an die Vernunft und gegenseitige Rücksichtnahme der Jugendlichen zu appellieren und steht ebenfalls im Kontakt mit der Polizei“, berichtet Lutz Zimmermann. Der Streetworker zeige außerdem alternative Möglichkeiten des Aufenthalts auf – beispielsweise in den vier Haldensleber Jugendeinrichtungen, die sich in verschiedenen Bereichen der Stadt befinden.