Spatenstich

Refresco investiert 25 Millionen

Das Fruchtsaftunternehmen Refresco hat mit dem Bau eines Hochregallagers in Calvörde begonnen. Refresco investiert 25 Millionen Euro.

Von Anett Roisch

Calvörde l Die Refresco Deutschland GmbH läutete am Donnerstag mit dem symbolischen ersten Spatenstich die Bauphase für ein vollautomatisiertes Hochregallager am Produktionsstandort Calvörde ein.

„Refresco ist der führende Hersteller von Fruchtsäften und Erfrischungsgetränken und investiert über 25 Millionen Euro“, erklärte Geschäftsführer Till Alvermann. Das Logistik-Großprojekt sei – nach Alvermanns Ausführungen – die bisher größte Einzelinvestition des deutschen Geschäftsbereiches.

Rückblick: Im Jahr 2014 hatte Refresco nach der Fusion mit der Gerber Emig Gruppe das Werk in Calvörde übernommen. Seitdem war die Produktionsstätte aufgrund steigender Produktionsmengen an ihre Kapazitätsgrenzen im Lagerbereich gestoßen.

Die Refresco Deutschland GmbH mit Hauptverwaltung in Mönchengladbach und Produktionsstandorten in Mönchengladbach-Herrath, Erftstadt, Grünsfeld und Calvörde beschäftigt rund 800 Mitarbeiter. Mehr als 200 Beschäftigte seien in Calvörde tätig.

Kerngeschäfte sind die Herstellung von Handelsmarken für den Lebensmittelhandel sowie die Getränkeabfüllung für viele Markenunternehmen. „Die Refresco Gruppe hat ihren zentralen Firmensitz in Rotterdam, Niederlande, und beschäftigt weltweit mehr als 10.000 Mitarbeiter“, erklärte Manufacturing Director Clemens Müller.

„Zukünftig wird der Standort Calvörde eine deutlich erhöhte Lagerkapazität für die vor Ort produzierten Getränke – darunter Saft, Eistee und Fruchtsaftgetränke – vorweisen können“, schilderte der Geschäftsführer. „Das neue Hochregallager verfügt über 40.000 Paletten-Stellplätze. Alle Produktionslinien werden über Fördersysteme an das neue Lager angeschlossen,“ berichtete Projektleiter Andreas Heinrich und zeigt den Gästen per Videoanimation, wie das Hochregallager aussehen wird.

„Das Hochregallager und auch die Sprinkleranlage sollen Naturfarben bekommen und sich so entsprechend in die Gesamtumgebung einfügen“, schilderte der Projektleiter.

Werkleiter Christian Bittner erklärte: „Wir bieten ein umfangreiches Produktsortiment: von Fruchtsäften, Nektaren und Eistees bis zu kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken. Wir haben in Calvörde eigene Brunnen und Mineralwasserqualität.“ Neben individuellen Verpackungskonzepten – ganz gleich ob Karton, Dose, Glas- oder PET-Flasche - werde auch eine große Vielfalt an Verpackungsgrößen angeboten.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem neuen Hochregallager die Zukunft des Standortes langfristig sichern können, dauerhaft konkurrenzfähig zu sein. Dies ist nun mit der Großinvestition und den logistischen Lösungen möglich“, ist sich Alvermann sicher.

„Es war Balsam für meine Ohren, dass Calvörde der größte Standort Ihres Unternehmens ist“, sagte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU). Er hob die hohe Bedeutung des Unternehmens für die Gemeinde Calvörde – im Besonderen als den größten Arbeitgeber der Region – hervor.

„Wir automatisieren und steigern natürlich die Wettbewerbsfähigkeit. In der Summe werden wir die Mitarbeiterzahl reduzieren. Wir haben das Glück, dass wir eine relativ ältere Mitarbeiterstruktur haben. Wir können es deshalb sehr gut sozial verträglich abwickeln“, erklärte der Geschäftsführer. Außerdem soll es Weiterqualifikationen geben, damit die Mitarbeiter den neuen Ansprüchen gerecht werden.

„Nächste Woche Montag bekommen wir die Baumaschinen. Die Bodenplatte wird gemacht. Im Juli wird mit dem Hochbau begonnen. Die Herausforderung ist weniger der Bau des Lagers, sondern die Anbindung an das bestehende Konstrukt während der Arbeitsphase“, blickte Alvermann voraus. Die Abnahme des gesamtes Projektes ist für Ende September 2022 geplant.