Bösdorf l Die Bösdorfer Fahrsporttage zählen zu den beliebtesten Fahrturnieren bundesweit. Meist reisen Fahrsportler aus dem ganzen Bundesgebiet an, um das dreitägige Spektakel mitzuerleben. Im letzten Jahr starteten um die 100 Gespanne. Doch in diesem Jahr ist wegen der Corona-Pandemie alles anders.

„Als Veranstalter genießen wir in der Fahrsportszene einen ausgezeichneten Ruf. Nach Abwägung aller Eventualitäten sind wir – sehr schweren Herzens – zu dem Entschluss gekommen, unsere Bösdorfer Fahrsporttage 2020 abzusagen“, sagte Michael Müller, Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins (RFV) Bösdorf-Rätzlingen und Umgebung.

Bei den Überlegungen hatten – nach den Ausführungen von Müller – die Mitglieder des Vereins sowohl die Gesundheit aller Beteiligten als auch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sowie die geltenden Eindämmungsmaßnahmen berücksichtigt.

Qualifikation für Moritzburg

Umso größer war die Freude der Freunde des Fahrsportes, dass sich der Verein dazu entschieden hat , einen „Tag des Jungen Fahrpferdes“ auszurichten. In diesem Rahmen sollte es Prüfungen um das Landes-Championat im Fahren des Pferdezuchtverbandes Brandenburg-Anhalt der vier- und fünfjährigen und sechs- und siebenjährigen Fahrpferde und -ponys der Züchter aus Brandenburg-Anhalt geben. Das Turnier ist gleichzeitig eine Qualifikationsmöglichkeit für das diesjährige Bundeschampionat in Moritzburg.

Die Starterliste war natürlich längst nicht so lang. Trotzdem postierten sich Zuschauer um den Wettkampfplatz herum. Im vorgeschriebenen Abstand standen desinfizierte Plastikstühle. Bei einem plötzlichen Regen gab es ganz clevere Pferdefreunde, die ihre Pkw am Straßenrand so geparkt hatten, dass sie – wie im Autokino – das Turniergeschehen trockenen Hauptes mit verfolgen konnten.

Zu sehen bekamen die Pferdefreunde den erfolgversprechenden Nachwuchs an jungen Zugtieren, die künftig bei Fahrturnieren an den Start gehen. Dietmar Zwengel aus Salzwedel gehörte zu den Zuschauern, die von ihren Auto­fenstern aus die folgsamen Pferde im Parcours bewunderten. Auf den ersten Rang bei der Eignungsprüfung der Klasse A fuhr indes Jan Schuster vom Reit- und Fahrverein Beuster. Der junge Mann hatte sein Pferd Conan vor den Wagen gespannt. Am Ende des Championats gab es für die Leinenkünstler und ihre PS-starken Gefährte keine klassische Siegerehrung, sondern nur Beifall für beeindruckende Leistungen von der Zuschauern. Das ändere nichts daran, dass die Fahrer stolz auf ihre jungen Kraftpakete sind und über ihre Erfolge jubelten.

Vater und Sohn nehmen Herausforderung an

Jubeln konnten auch die heimischen Fahrer Jörg Stottmeister und sein Sohn Markus. Während Jörg Stottmeister mit seinem Pferd Bravours S bei der Eignungsprüfung für Fahrpferde auf den zweiten Rang kam, zeigte Markus Stottmeister, dass seine Claudia gute Voraussetzungen für erfolgreichen Turnierteilnahmen hat. Vereinsvorsitzender Müller bedankte sich bei allen Sponsoren und Helfern des Turniers, das unter den besonderen Umständen erfolgte. Maja und Concordia sind die neuen Fahrponychampions, Don Kosak, Caro von Ferrarie und Bravour S die neuen Fahrpferdechampions.

Groß ist die Hoffnung des heimischen Vereins, dass im nächsten Jahr für die Spitzensportler im Gespannfahren wieder die Fahrsporttage in gewohnter Weise ausgetragen werden können.