Elsebeck l Hochbetrieb herrscht trotz Hitze auf dem Dach des Gotteshauses, das von einem Baugerüst umgeben ist. Die alten Ziegel wurden bereits vom Dach genommen. Damit die Scheiben der Dorfkirche nicht zerbrechen, sind die Kirchenfenster mit Spanplatten gesichert. Der Dachstuhl ist entkernt. „Die alten Balken kommen runter. Der Dachstuhl wird komplett neu“, erklärt Heiko Bruns, der als Vorarbeiter für die Zimmerei Gnoth in Salzwedel arbeitet. „Wichtig ist für die Dacharbeiten, dass es nicht regnet“, schildert der Zimmermann, während er den Kran bedient.

Vor Jahren Holzschäden ignoriert

„Die Dorfkirche gehört zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig und zum Pfarrverband Calvörde-Uthmöden. Das Gebäude ist denkmalgeschützt. Die Kirche wurde im Jahr 1888 errichtet“, weiß Pfarrer Jürgen Dittrich. Die Kirche ist ein dreiachsiger Ziegelbau über Haussteinsockel. Der Innenraum hat eine rechteckige Form mit unmittelbar anschließender, stark eingezogener polygonaler Apsis (Gewölbe). „Vor einigen Jahren wurde das Dach der Kirche schon mal neu gedeckt. Leider wurden damals die Holzschäden zum größten Teil ignoriert“, beschreibt Planer Dr. Berthold Heinecke.

„Auch die hölzerne Unterkonstruktion des Kirchturmes wurde damals nicht angefasst. Wir wollen nun versuchen, die vorhandenen Schäden der Konstruktion am Ort zu reparieren. Die Verblechung oben ist eigentlich noch in einem relativ guten Zustand. Sie soll erhalten werden“, erklärt Heinecke.

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Kosten von rund 160.000 Euro

Gefördert wird die Maßnahme durch die Lokale Aktionsgruppe (LAG) „Rund um den Drömling“ mit Mitteln aus dem Projekt Leader. Die Gesamtkosten betragen etwa 160.000 Euro. Es gibt eine Förderung von 80 Prozent. Den Eigenanteil zahlt die Kirchgemeinde.

Auch im Inneren des Gotteshauses steht ein großes Baugerüst, damit die Arbeiter sicher in die Höhe steigen können. Volker Preetz, Baubeauftragter der Kirchgemeinde Elsebeck/Berenbrock und Ortsteilbeauftragter von Elsebeck, beschreibt: „Das Nadelholz kommt raus. Die Eichenbalken im Glockenturm bleiben. Erst wenn das Dach wieder dicht ist, geht es an die Verkleidung der Decke.“

„Die Männer sind fleißig. Sie verstehen etwas von ihrem Job“, sagt Friedrich Fieseler, der als direkter Nachbar des Kirchengebäudes das Geschehen verfolgt. „Ich freue mich, dass unsere Kirche ein neues Dach bekommt. Ich war 45 Jahre im Kirchenvorstand . Das alte Dach, was jetzt runter kommt, habe ich damals noch mit gedeckt“, erinnert sich Fieseler. Drei Mal habe er bereits Umbauarbeiten am kleinen Gotteshaus miterlebt und natürlich auch dabei mit angepackt.

Turm muss abgestützt werden

„Als ich nach Elsebeck kam, waren noch Pflastersteine als Fußboden in der Kirche. Von Jeseritz haben wir damals eine elektrische Heizung bekommen. Damals wurde der Boden gefliest“, denkt der Elsebecker zurück, der vor 47 Jahren vom Drömling nach Elsebeck zog.

„Die größte Schwierigkeit ist, dass der kleine Glockenturm, der mit dem Dach verbunden ist, stehen bleiben muss. Den Turm müssen wir ja abstützen, bevor wir weiter arbeiten können“, beschreibt Bruns.

„Wegen der Baumaßnahmen finden alle Gottesdienste im Dorfgemeinschaftshaus in Elsebeck statt“, informiert der Pfarrer. Spätestens im Juni oder Juli diesen Jahres soll das Vorhaben fertig sein.