Haldensleben l Eine riesige Bank aus frisch geschlagenem Holz türmt sich am Waldrand in der Nähe der B 245 am Stadtrand von Haldensleben auf. „Davon gibt es derzeit eine ganze Menge“, sagt Hubertus Hlawatsch, Waldbesitzer und Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Sachsen-Anhalt, mit Besorgnis.

Der Borkenkäfer hat sich in den Wäldern rund um Haldensleben fest eingenistet. Das bleibt nicht ohne Folgen. „Der Käfer lässt die Wälder absterben. Besonders die Fichten sind befallen“, erklärt Hlawatsch. Daher würden massiv die betroffenen Bäume gefällt, sehr zum Leidwesen der privaten und kommunalen Waldbesitzer. „Wir schlagen keine gesunden Bäume“, versichert der Forstexperte.

Trockenheit beförderte den Befall

Aufgrund der extremen Trockenheit in den vergangenen Monaten seien die Bäume sowieso schon geschwächt, leiden unter Trockenstress, so Hlawatsch weiter. Hervorragende Bedingungen für den Borkenkäfer, der nun sein übriges tun würde, um die Bäume zu schädigen. Die Käfer bohren sich in die Rinde und legen einen sogenannten Muttergang an. Dort hinein legen die Schädlinge ihre Eier. Die Larven ernähren sich dann von den saftführenden Schichten des Baumes in der Rinde. Da diese Schicht die Lebensader des Baumes darstellt, führt der Befall meist zu dessen Absterben. „Die Fraßbilder unterbrechen den Wassertransport zur Krone. Die Bäume verdursten einfach“, erläutert Hubertus Hlawatsch.

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Zwar sei der Borkenkäferbefall kein neues Phänomen, meint er, jedoch „haben wir es so extrem noch nicht gehabt.“ Wetter und Nahrungsangebot hätten den Insekten sozusagen in die Karten gespielt. „Wir haben in diesem Sommer gleich drei Generationen auf einmal“, macht Hlawatsch auf die prekäre Situation aufmerksam.

Die Folge seien massive Fällungen. Der wirtschaftliche Schaden sei immens, betont der Waldbesitzer. Die Herbststürme im vergangenen Jahr und Orkan Friederike im Januar hatten schon für enorme Schäden im Wald gesorgt und die Holzpreise in den Keller fallen lassen. Gerade einmal ein Drittel des sonst üblichen Preises ließe sich derzeit auf dem Markt erzielen, so Hlawatschs Erfahrungen. Wieviel das nun geschlagene Holz einbringt, kann er nicht sagen. „Das können wir ja nur als Industrieholz verkaufen“, bedauert er.

Deshalb hält er es für wichtig, dass auch die Waldbesitzer finanzielle Unterstützung erhalten. „Auch wenn die Bauern enorme Ausfälle hatten – sie können im nächsten Jahr wieder ernten. Wir dagegen müssen 60 bis 70 Jahre auf die nächste Ernte warten“, unterstreicht er und weist auch auf die Folgekosten hin, die den Waldbesitzern mit der notwendigen Wiederaufforstung entstehen.