Magdeburg/Haldensleben l „Es ist unglaublich, wie viel die Leute gespendet haben“, freut sich Jens Bischoff und fügt hinzu: „Anfangs hatten wir Bedenken, dass wir den Mindestwert von 750 Euro Spendengeld zusammenbekommen und wollten ihn notfalls aus der eigenen Tasche zahlen. Dass sich letztendlich über 130 Spender und Sponsoren daran beteiligen, hätten wir nie gedacht.“

Denn hinter dem „Baltic Sea Circle“ steht ein Wohltätigkeits-Gedanke: Jedes Team, welches sich an der Rallye beteiligt, wird gebeten, Geld für eine Charity-Organisation zu spenden - eben mindestens 750 Euro. Und diesen Betrag hat das Haldensleber Team „Low Compression“, bestehend aus den Brüdern Ulf und Dirk Kittel sowie Jens Bischoff, mit 6556 Euro dank vieler Spender bei weitem übertroffen.

Team war 16 Tage unterwegs

Das Geld nimmt Hanna Klingenberg, Fundraiserin (zu deutsch in etwa Mittelbeschafferin) des Kinderhospizes in Magdeburg, strahlend entgegen: „Wir freuen uns sehr über das Geld und sind immer auf solche Spenden angewiesen.“ Den Grund dafür erklärt sie so: „Die Krankenkassen übernehmen 95 Prozent der Kosten für erkrankte Kinder, die bei uns im Hospiz sind. Die restlichen fünf Prozent müssen selbst, beziehungsweise durch Spendengelder finanziert werden. Ebenso, wenn Eltern oder Geschwister im Hospiz übernachten. Auch die Freizeitgestaltung und Heilmethoden wie Kunst- und Musiktherapien werden damit bezahlt.“

Das war auch der Grund, warum sich das Team dazu entschieden hat, die Spenden dem Kinderhospiz zukommen zu lassen. „Wir haben uns vorher genau informiert und sind uns sicher, dass das Geld hier an die richtige Einrichtung geht und absolut sinnvoll investiert wird“, sagt Jens Bischoff.

Klingenberg zeigt sich auch interessiert an der Rallye. So will sie wissen, was die Teammitglieder von der 16 Tage währenden Tour mitgenommen haben. „Wir haben sehr viele positive Erfahrungen gemacht. Überrascht haben uns beispielsweise die baltischen Staaten. Vieles ist dort auf dem gleichen, wenn nicht sogar besseren Stand wie in Westeuropa“, sagt Dirk Kittel.

Alter Transporter hielt durch

Sein Bruder Ulf fügt die wenigen negativen Aspekte hinzu, die sie während ihrer Fahrt kennengelernt haben und die vor allem Russland betreffen: „Sobald die Russen ein Auto vor sich haben, versuchen sie zu überholen.“ Doch nicht nur die Fahrweise sei gewöhnungsbedürftig. Auch, dass dort oftmals Müll einfach am Wegesrand verbrannt werde, habe sie sehr irritiert und empört.

Mit der Fahrt von und nach Haldensleben haben sie bei der Ostsee-Umrundung circa 8800 Kilometer zurückgelegt. Als Gefährt hat ihnen dabei ein 20 Jahre alter VW-Transporter gedient, den sie auf den Namen „Børge“ getauft haben. Das ist ein norwegischer Name, der so viel wie „Helfer“ bedeutet. Und der Name ist Programm. „Er hat uns während der Rallye nie im Stich gelassen“, sagt Ulf Kittel stolz. Dem Team ist Børge sehr ans Herz gewachsen. Eine zweite Rallye wollen sie mit ihm aber nicht fahren.

Nichtsdestotrotz könne sich das Trio gut vorstellen, irgendwann noch einmal an einer solchen Tour teilzunehmen. Wann, ist jedoch noch nicht abzusehen, wie Dirk Kittel beschreibt: „Wir sind immer noch dabei, die Eindrücke dieser Reise zu verarbeiten. Die Ostsee-Umrundung war ein richtiges Männerabenteuer. So etwas kann man aber nicht jedes Jahr machen.“