Haldensleben l Der diesjährige Sommer hat es in sich gehabt. Er war so trocken, dass sogar der Alte Friedhof in Haldensleben vom 2. August bis Mitte November gesperrt worden war: Es bestand die Gefahr des Sommerbruchs an den zahlreichen Bäumen auf dem parkähnlichen Gelände.

Die Vorsichtsmaßnahme war nicht unbegründet. Es habe verschiedene Astbrüche gegeben, sagt Christina Wiegmann, die Sachgebietsleiterin für Grünanlagen und Baumkontrolle beim Haldensleber Stadthof. Betroffen davon seien unter anderen eben der Alte Friedhof, aber auch der städtische Friedhof in Haldensleben sowie Bodendorf gewesen.

Phänomen vorher nicht erkennbar

Das Phänomen des Astbruchs sei vorher nicht erkennbar, so Christina Wiegmann weiter. „Unsere Kontrolleure sehen das vorher nicht, es ist nicht erkennbar“, weiß sie aus Erfahrung. Deshalb sei es auch nicht möglich, im Vorfeld Pflegemaßnahmen vorzunehmen. „Wir können ja nicht pauschal alle Äste absägen“, meint die Sachgebietsleiterin.

Zumal auch niemand vorhersagen könne, welche Bäume vom Astbruch betroffen seien. „Das ist ganz unterschiedlich“, hat Christina Wiegmann festgestellt. „Bei uns in Haldensleben waren es die Eichen, bei denen die Brüche aufgetreten sind. In anderen Städten waren es andere Bäume wie beispielsweise Pappeln.“

Bäume hingen voller Früchte

Erschwerend kam in diesem Jahr noch hinzu, dass die Bäume voller Früchte hingen. „Wir hatten ein sogenanntes Mastjahr“, erklärt Baumkontrolleurin Andrea Sczech. Da habe alles zusammengespielt – die schweren Eicheln und Blätter und die trockenen Äste. „Die Bäume ziehen ihr Wasser ja von unten. Aber wegen der langen Trockenheit konnten sie nicht genug ziehen, um alle Äste zu versorgen. Irgendwann fällt der Baum dann die Entscheidung, diesen oder jenen Ast einfach nicht mehr weiterzuversorgen. Der bricht dann eben ab, obwohl er eigentlich kerngesund ist“, veranschaulicht Andrea Sczech das Phänomen Sommerbruch, das ihrer Meinung nach eher selten auftritt.

Wie weit in diesem Sommer der Grundwasserspiegel in Haldensleben abgesunken ist, weil der Regen ausblieb, lässt sich nicht sagen. „In anderen Städten waren es bis zu 1,50 Meter. Soviel werden wir in Haldensleben aber wohl nicht haben“, vermutet Christina Wiegmann. Überzeugt ist sie jedoch davon, dass der trockene Sommer an den Bäumen nicht spurlos vorübergegangen sei. Welche Schäden die Bäume genommen haben, werde sich aber erst in den nächsten Jahren zeigen. Darin sind sich die beiden Stadthofmitarbeiterinnen einig.