Haldensleben l 147.015 Frauen und Männer sind am 26. Mai dazu aufgerufen, in einem der 206 Wahllokale im Landkreis Börde an die Urne zu gehen und ihre Stimmen für die kommunalen Parlamente abzugeben. Im Landkreis Börde werden neben dem neuen Kreistag auch sämtliche Stadt-, Gemeinde- und Ortschaftsräte neu gewählt. Eine Wahlbenachrichtigung ging an jeden raus, der das 16. Lebensjahr vollendet hat und seinen Wohnsitz seit mindestens drei Monaten im Landkreis Börde hat. Bei den Kommunalwahlen handelt es sich um eine reine Personenwahl. Das bedeutet, es werden keine Parteien gewählt, sondern einzelne Bewerber. Auf den Stimmzetteln zur Kommunalwahl dürfen die Wähler jeweils drei Kreuze machen. Diese können sie auf zwei oder drei Kandidaten verteilen, oder auch alle drei Stimmen einem Bewerber geben.

Anders sieht es bei der gleichzeitig stattfindenden Europawahl aus. Hier sind die Bürger aufgerufen, ihren Vertreter für das Europäische Parlament zu wählen. Im Gegensatz zur Kommunalwahl sind hier nur 142.710 Börde-Einwohner wahlberechtigt, da erst ab 18 Jahren gewählt werden darf. Bei der Europawahl stehen insgesamt 40 Parteien auf dem Wahlzettel. Neben den altbekannten Parteien finden sich dort auch so Exoten wie die Partei „Liebe“, „Menschliche Welt“ oder „ÖkoLinX“.

Zu einer Besonderheit kommt es in den Wahllokalen Warsleben, Bregenstedt, Hordorf, Bahrendorf, Volkssolidarität Oschersleben und Musikraum der Wartbergschule Niederndodeleben. Diese Urnenwahlbezirke wurden für die repräsentative Wahlstatistik zur Europawahl ausgesucht. Dies bedeutet, dass in diesen Wahlbezirken die Stimmzettel mit einer kleinen Notiz über den Wähler versehen sind. Dort steht dann zum Beispiel „weiblich, geboren 1975 bis 1984“. Ebenfalls für die Statistik gekennzeichnet sind die Stimmzettel der Briefwahlbezirke Barleben und Haldensleben.

Kulturfabrik ist größtes Wahllokal

Das größte Wahllokal ist im übrigen die Haldensleber Kulturfabrik. 2034 Haldensleber können hier ihre Stimme bei der Kommunalwahl und 1926 bei der Europawahl abgeben. Beschaulicher wird es in Üplingen zugehen, wo es nur 69 Wahlberechtigte für Europa und 73 für die Kommunalwahl gibt. 6681 Jugendliche dürfen bei der Kommunalwahl zum ersten Mal ihre Stimme abgeben, bei der Europawahl sind es 5904.

Kreiswahlleiterin Iris Herzig hofft, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. In einem Wahlaufruf appelliert sie an die Wahlberechtigten, die Wahlprogramme und Kandidaten sowohl auf europäischer Ebene als auch im direkten Lebensumfeld zu prüfen und ihre Entscheidung zu fällen, wen sie unterstützen wollen. Denn eines sei für alle Volksvertretungen gleich. Die handelnden Mitglieder und die Räte in den Städten, Gemeinden und Ortschaften bräuchten eine starke Legitimation und die ergebe sich aus einer hohen Wahlbeteiligung. „Wir hier im Herzen Deutschlands können dieses Recht in Freiheit erst seit 29 Jahren wahrnehmen. In anderen Ländern wird für ein demokratisches Wahlrecht noch immer blutig gekämpft. Wir haben das Recht, und ich sehe es auch als Pflicht, am 26. Mai im Wahllokal zu entscheiden“, so die Kreiswahlleiterin.

Die ersten Zwischenergebnisse am Wahlabend werden gegen 19.30 Uhr erwartet.