Aktionsgruppe

Wintergarten für das Waldhotel in Calvörde geplant

Der Bau eines Wintergartens für das Waldhotel in Calvörde steht auf der Prioritätenliste der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Rund um den Drömling“ an dritter Stelle. Damit hat das Vorhaben gute Chancen, realisiert zu werden. Eine LAG aus Regionen der Verbandsgemeinde Flechtingen und der Stadt Oebisfelde-Weferlingen soll gegründet werden.

Von Anett Roisch
Das gemeindeeigene Waldhotel im Calvörder Grieps soll durch einen Wintergarten touristisch attraktiver werden. Für größere Veranstaltungen ist die  Gaststätte zu klein. Mit dem gläsernen Anbau  sollen weitere Sitzplätze geschaffen werden.
Das gemeindeeigene Waldhotel im Calvörder Grieps soll durch einen Wintergarten touristisch attraktiver werden. Für größere Veranstaltungen ist die Gaststätte zu klein. Mit dem gläsernen Anbau sollen weitere Sitzplätze geschaffen werden. Foto: Anett Roisch

Calvörde - Das Gebiet der Gemeinde Calvörde gehört zur aktuellen Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Rund um den Drömling“. Bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses berichtete Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) von der Erweiterung des touristischen Angebots des Waldhotels Grieps, das über das Leader-Programm gefördert werden soll.

Geplant ist - nach den Ausführungen des Bürgermeisters – am gemeindeeigenen Gaststättengebäude im Grieps ein Anbau in Form eines Wintergartens zu bauen. „Der finanzielle Rahmen ist gedeckelt. Der jetzige Gastraum ist sehr beengt. Mit dem Anbau werden weitere Plätze geschaffen. Der Fördermittelantrag ist bis zum 30. August 2021 beim Landesverwaltungsamt zu stellen“, schilderte der Bürgermeister. Dazu seien die Ausführungsplanung und die Baugenehmigung erforderlich. Der Zuwendungsbescheid sei Ende Oktober diesen Jahres zu erwarten. In der Folge soll die Ausschreibung stattfinden. Die Umsetzung und Fertigstellung ist bis Oktober 2022 geplant. Das Ziel sei sehr sportlich. An Hand einer Zeichnung zeigte Schliephake, dass zwei Varianten des Daches - zum einen eine flache Konstruktion und zum anderen ein grünes Dach möglich sind. „Da müssen wir schauen, welche Variante - einschließlich der Außenterrasse - finanzierbar ist“, sagte der Gemeindechef. Der Bau sei in L-Form mit Blick auf die alten Bäume. Der Wintergarten würde sich ins Gefüge einpassen. Ein Veranstaltungssaal hingegen wäre nicht realisierbar. Die Investitionssumme für den jetzt geplanten Anbau mit der Leader-Förderung liegt bei insgesamt 240.000 Euro.

Für die Gemeinde Calvörde ist es wohl die letzte Maßnahme, die in der LAG „Rund um den Drömling“ realisiert wird, denn diese Gemeinschaft wird aufgelöst.

Durch die Entscheidung der Stadt Gardelegen und der Stadt Klötze, sich der neuen LAG „Altmark“ anzuschließen, kann die LAG „Rund um den Drömling“ nicht mehr fortbestehen. Aus diesem Grund wurde die Idee entwickelt, aus der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen und der Verbandsgemeinde Flechtingen eine neue LAG zu gründen. Die Landesregierung plant, die Leader-Förderung von 2021 bis 2027 mit über 180 Millionen Euro EU-Mitteln auszustatten. Gleichzeitig soll der Großteil von Förderprogrammen für den ländlichen Raum, der mit Mitteln der Europäischen Union unterstützt wird, ausschließlich über den Leader-Prozess gesteuert werden.

Für die Vorbereitung der neuen Förderphase sollten Einheits- und Verbandsgemeinden des bisherigen Leader-Gebietes die Initiative ergreifen, um allen anderen Akteuren zu signalisieren, dass sie gewillt sind, gemeinsam das Leader-Programm erfolgreich weiterzuführen.

Gerhard Reinecke, der Vorsitzende der LAG „Rund um den Drömling“, erklärte, dass die Landesregierung plant, Aktionsgruppen nur dann zu genehmigen, wenn diese eine juristische Person darstellen – zum Beispiel als eingetragener Verein.

Zusätzliche Arbeitskraft soll zum Erfolg beitragen

Als ersten Schritt soll es eine Formierung der LAG und die Bildung einer Initiativgruppe, die die Beteiligung am Leader-Landeswettbewerb organisiert, geben. Es folgt ein Ausschreibungsverfahren für die Erarbeitung der Lokalen Entwicklungsstrategie.

Die Durchführung dieses Fahrplans stellt aus Sicht der Verwaltung einen sehr großen Aufwand dar. „Aufgrund der derzeitig bereits laufenden vielfältigen Projekte der Verbandsgemeinde und ihrer Mitgliedsgemeinden schätzt die Verwaltung ein, dass dies mit dem vorhandenen Mitarbeiterpotenzial nicht zusätzlich geleistet werden kann“, erklärte Mathias Weiß (parteilos) bei der jüngsten Zusammenkunft des Calvörder Gemeinderates. Weiß meinte, dass ein Mehraufwand für eine Arbeitskraft bestehe, die in der Verbandsgemeinde berücksichtigt werden müsste. Damit hatten sich zuvor die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses der Gemeinde Calvörde nicht einverstanden erklärt. Es gab den Vorschlag, dass zwei Mitarbeiterinnen, die sich sowieso schon mit „solchen Dingen“ beschäftigen, diese Aufgaben bewältige n könnten.

Weiß schilderte seine Erfahrungen und sagte: „Wenn wir etwas Neues gründen, dann habe ich den Anspruch, dass es auch entsprechend mit Power umgesetzt wird.“ In der jetzigen Konstellation habe er das Personal nicht. „Ich brauche dann Mitarbeiter, die sich damit so identifizieren und beschäftigen können, damit es eine Erfolgsgeschichte wird. Es gibt nichts Schwierigeres, als wenn man etwas halbherzig macht“, beschrieb er. Es gehe um viel Geld, welches möglicherweise über Leader reinkomme, aber die Vorarbeit müsse auch geleistet und Projekte entwickelt werden. Reinecke gab zu bedenken, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch gar nicht abzusehen sei, in welchem Umfang sich der Landkreis und die Einheitsgemeinde einbringen werden. Extra eine Arbeitskraft zu akquirieren, das beschrieb Reinecke als „forsch“.

Der Gemeinderat befürwortete, dass die Verbandsgemeinde Flechtingen und die Stadt Oebisfelde-Weferlingen am Landeswettbewerb zur Auswahl der künftigen Leader-Förderregionen teilnehmen sollen.