Erxleben l „Es ist uns als Gemeinde wichtig, mehr mit Ihnen ins Gespräch zu kommen“, begrüßte Gemeinderat Ottfried Dorok die Vertreter von Wirtschafts- und Handwerksunternehmen aus der Gemeinde Erxleben. Zum ersten Themenabend Wirtschaftsförderung hatte Erxleben in der Gemeinde angesiedelte Firmen eingeladen.

Das Thema Wirtschaftsförderung steht bei der Gemeinde schon länger auf der Agenda, denn sie hat erkannt, dass regelmäßige Kommunikation ein wichtiges Instrument ist, um voneinander profitieren zu können. Vor allem gehe es um einen Informationsaustausch, wo es klemmt, wo die Probleme liegen, wo sich auch die Gemeinde einbringen könne, um die Wirtschaft voranzubringen, sagte Ottfried Dorok.

Status als Grundzentrum zurückerhalten

„All unsere Bemühungen fruchten nur, wenn wir den Status als Grundzentrum zurückerhalten“, richtete Bürgermeister Gerhard Jacobs seine Worte an Jürgen Ude, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt. Ihm liege es sehr am Herzen, die vorhandenen Gewerbegebiete in Erxleben, Uhrsleben und Bartensleben, aus denen Vertreter zugegen waren, auszulasten.

Es sei schon schwer, die noch freien Flächen durch die Gemeinde in Schuss zu halten, berichtete der Bürgermeister. Es sei nicht zuletzt aus diesem Grund ein Anliegen, vorhandene Flächen besser zu vermarkten. Der Staatssekretär verwies in diesem Zusammenhang auf die Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG), die im Auftrag seines Ministeriums den Standort Sachsen-Anhalt vermarkten würde. „Ich bezweifle, dass man dort weiß, dass es in Erxleben ein noch nicht ausgelastetes Gewerbegebiet gibt“, sagte Jürgen Ude. Dort könnte die Gemeinde ansetzen und ihre Möglichkeiten vorstellen. Wenn die Gemeinde wisse, was ihr wichtig ist, worauf es ihr ankommt und wo ihre Schwerpunkte liegen, sei der erste Schritt getan.

Wirtschaftsförderung noch in diesem Jahr

Verbandsgemeindebürgermeister Mathias Weiß verwies in seinem Statement auf die Bemühungen der Verwaltung, eine Wirtschaftsförderung für alle Mitgliedsgemeinden der Verbandsgemeinde zu etablieren. „Wir sind dabei, alles in die Wege zu leiten, um noch in diesem Jahr mit einer Wirtschaftsförderung an den Start zu gehen“, sagte der Bürgermeister und oberste Verwaltungschef. Als Ansprechpartner fungiere in der Verwaltung Franziska Sand.

Auch informierte er über das Vorhaben, gemeinsam mit der Kinder- und Jugendbeauftragten eine Ausbildungs- und Jobmesse zu initiieren.

Aus seiner beruflichen Laufbahn als Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Innovation Harzgerode und Geschäftsführer des Innovations- und Gründerzentrums Magdeburg/Barleben konnte Jürgen Ude die Gemeindevertreter nur bestärken, mit den Unternehmern regelmäßig im Gespräch zu bleiben. „Beibehalten und Durchhalten, das setzt Impulse und Akzente“, sagte er, denn „wir haben vergessen, dass wir auf guten Nährboden für die Unternehmen angewiesen sind“.

Stein des Anstoßes ist wichtig

Rudolf Thieme als Vertreter des Unternehmens Sport Thieme aus Grasleben, das in Bartensleben ein großes Logistiklager unterhält, konnte dies nur bestätigen. Seit 30 Jahren gebe es ein solches Angebot als Unternehmerfrühstück alle vier Wochen. So etwas brauche einen Motor, aber wenn der vorhanden sei, funktioniert es durch Regelmäßigkeit.

Die Schaffung eines unternehmerischen Netzwerkes begrüßte auch Maik Conrad von der Allianz-Generalvertretung Erxleben. Das funktioniere aber nur durch Kennenlernen. Viele am Tisch habe er noch nie gesehen. Eine Lanze brach er für das Handwerk, das sich unter Wert verkaufe. Es mit dem Mittelstand zusammenzubringen, sei seiner Ansicht nach ein wichtiger Schritt.

Jürgen Ude sprach von einem Wir-Gefühl, dass sich entwickeln würde, wenn regelmäßig solche Gespräche stattfinden würden. Dem konnten sich die Teilnehmer des ersten Themenabends nur anschließen.

In zwangloser Runde konnten im Anschluss auf Einladung von Bürgermeister Gerhard Jacobs bei einem kleinen Imbiss und Getränken die Gespräche untereinander noch vertieft werden.