Havelberg l Bei den Investitionen, die die Stiftung für das kommende Jahr vorgesehen hat, liegt der Schwerpunkt auf Havelberg, sagt Ralf Lindemann. „Die Sanierung des Daches des Westflügels am Dom wird die einzige große Maßnahme der Stiftung in Sachsen-Anhalt im nächsten Jahr sein. An den Domen in Halle, Magdeburg und Halberstadt werden zugunsten von Havelberg nur kleinere Baumaßnahmen vorgenommen“, erklärt der Direktor Bau und Liegenschaften der in Leitzkau ansässigen Stiftung.

Es ist eine komplette Dachsanierung erforderlich. Die gesamte Zimmmermannskonstruktion muss saniert und das Dach neu eingedeckt werden. Dafür werden wie auf dem Seitenschiff Biberschwänze verwendet. Diese althergebrachten Dachziegel werden nur noch im brandenburgischen Görzke hergestellt.

Von den Bauarbeiten betroffen sein wird das Prignitz-Museum, das im Westflügel den Eingangs- und Ausstellungsbereich hat. Dieser Bereich muss während der Bauarbeiten geschlossen bleiben. Die Norbert-Kapelle im Erdgeschoss dürfte nicht beeinträchtigt sein, sagt Ralf Lindemann.

Gut eine Million Euro geplant

Die Arbeiten, für die mit Kosten in Höhe von gut einer Million Euro gerechnet wird, sind bereits ausgeschrieben. „Wir wollen so schnell wie möglich beginnen. Da müssen wir schauen, ob wir noch einen Winter bekommen.“ Der Stiftungsmitarbeiter hofft, dass die Sanierung bis Ende des nächsten Jahres abgeschlossen ist. Die Arbeiten werden sehr aufwendig, da die Dachkonstruktion auch statisch verändert werden muss. Sie hat nicht mehr ihren Originalzustand. Dieser soll wieder hergestellt werden.

Die Schäden sind schon arg, sagt Ralf Lindemann. Einsturzgefährdet ist das Dach jedoch nicht. Dann hätte die Stiftung schon längst mit einer Sperrung reagiert. Während der Buga-Zeit wurde allerdings eine Notsicherung vorgenommen, weil mit dem letzten Holzgutachten Verformungen festgestellt worden waren. Insekten und Pilze haben das Holz befallen. Die Dachsanierung am Westflügel ist schon seit langem vorgesehen. Denn die Dachkonstruktion ist im Ausstellungsbereich mit einer Notabstützung aus Stahl gesichert. Bereits 2005/06 gab es Pläne. Doch standen die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung. 2016 liegt die Priorität der Investitionen nun auf dem Westflügel.

Mit diesen Arbeiten ist die Sanierung des Domes längst noch nicht abgeschlossen. Auch die Sanierung des Hauptdaches auf dem Langschiff wäre dringend erforderlich, sagt Ralf Lindemann.

Eintritt am 26. Dezember kostenlos

Für das Prignitz-Museum bedeuten die Bauarbeiten, dass die Besucher im nächsten Jahr über den Ostflügel in die frühere Klosteranlage gelangen. Im Westflügel wird noch bis zum 10. Januar die Sonderschau zur Havel zwischen Brandenburg und Havelberg gezeigt. Dann beginnt der Abbau und die Tafeln und Leihgaben werden wieder zurückgegeben. „Wir werden den kompletten Ausstellungsbereich im Westflügel schließen und noch einen Zugang zum Museum vom Ostflügel aus schaffen“, sagt der Leiter Museen des Landkreises Frank Hoche im Gespräch mit der Volksstimme. Der behindertengerechte Aufzug kann während der Bauarbeiten nicht genutzt werden. Am zweiten Weihnachtsfeiertag ist übrigens freier Eintritt im Museum, geöffnet ist von 10 bis 12 und 13 bis 17 Uhr.