Molkenberg (ifr/ans) l „Frau Harke tauft Wegemarken selbst“ stand über dem Beitrag zum Volksstimme-Blumenstrauß des Monats Mai. Gemeint war Ans Briesenick, die als Sagenfigur im Einsatz ist, wenn eine der Wegemarken am Frau-Harke-Sagenpfad eingeweiht wird. Die Molkenbergerin tauft als Frau Harke traditionell die kunstvollen Sitzgruppen.

Ihre Herkunft kann Ans Briesenick nicht verleugnen: Geboren und aufgewachsen ist sie in den Niederlanden, was man noch immer am rollenden „R“ beim Sprechen hört. Für die Darstellung der Frau Harke, der Sagengestalt aus den Kamernschen Bergen, bringt sie beste Voraussetzungen mit: Sie ist groß – Frau Harke war dem Vernehmen nach eine Riesin. So kann sie den Krug mit Wasser aus Havel oder Elbe in die Dachrinnen der Wegemarken kippen.

Erstmals vollzog sie das Prozedere in ihrem neuen Heimatort Molkenberg, hier wurde 2011 die erste Wegemarke aufgestellt – nur wenige Meter neben ihrem 2007 bezogenem Wohnhaus. An der Sitzgruppe sorgt sie seitdem für Sauberkeit, steckte dort auch Blumen. Das „gelbe Band“ in ihrer Straße im Frühjahr, die Narzissen, hat sie aus ihrer alten Heimat besorgt.

Nicht nur an der Sitzgruppe sorgt die gelernte medizinisch-technische Assistentin für eine saubere Umwelt: Als im Frühjahr beim Spaziergang den kompletten Inhalt eines Tiefkühlschranks entdeckte, übernahm sie die ordentliche Entsorgung.

Engagiert hatte sich Ans Briesenick bis 2014 im Vorstand der Bürgerinitiative (BI) gegen das einst bei Arneburg geplante Steinkohlekraftwerk. Viele rote Kreuze zeugten vom Widerstand der Bürger gegen das Vorhaben – ein solches Werk hätte einem sanften Tourismus entgegengestanden.

Bei der BI hatte Ans Briesenick Günter Klam vom für den Sagenpfad zuständigen Kultour-Verein aus Kamern kennengelernt. Bei der Eröffnung der Wassertourismus-Saison 2011 hatte er ein Modell dieser Sitzgruppe dabei, man kam ins Gespräch. Bei der Rückkehr in Molkenberg wurde dort gerade der Maibaum aufgestellt – die Sitzgruppe sollte am besten gleich dort bleiben. „Ich fand diese Idee auch ganz toll, wurde selbst Mitglied im Kamernschen Verein“, erinnert sich Ans Briesenick. Es gelang, die Skeptiker unter den Geldgebern zu überzeugen, die erste Wegemarke wurde in Molkenberg aufgestellt und von Ans Briesenick getauft – Frau Harke war wieder auferstanden. Inzwischen stehen diese kunstvollen Sitzgruppen in vielen Orten.

Ehrenamtlich war sie zur Buga-Zeit auch als Gästeführerin in Havelberg unterwegs, teils im Gewand der Frau Harke. Angesiedelt ist das Projekt beim Verein „Denkmal und Leben“.

Abgestimmt werden kann per Online-Voting oder per Facebook. Mitmachen lohnt sich, denn unter allen Teilnehmern werden attraktive Preise verlost.