Kamern l „Ein Harke-Dorf macht Kunst“ lautete hier das Motto im Rahmen der bundesweiten Veranstaltungsreihe zum Pfingstwochenende „Rendezvous im Garten“. Und Kunst in allen Formen und Farben rund um Frau Harke gab es eine ganze Menge zu sehen. Immer über interessierte Zuschauer freuen konnten sich zum Beispiel die Kettensäge-Schnitzer um Steffen Menze aus Schollene, die ihr Kunsthandwerk volle sechs Stunden lang an der Kinohalle demonstrierten. Steffen Menze hatte dabei einen Adler fertig „geschnitzt“, den er allerdings in begonnener Form bereits mitgebracht hatte. Sandro Brüggemann aus Havelberg ließ mit seiner Kettensäge eine große Schildkröte aus Holz entstehen. Frank Gumz-Severin aus Großwudicke arbeitete an einem Kunstwerk ganz anderer Art: einem Totempfahl.

Noch keine großen Tiere

Ganz neu im Kollegenteam von Steffen Menze ist Johannes Ebel, ein junger Mann aus Kamern. „Er hat mir gesagt, dass ihn das Kettensägeschnitzen interessiert, und so haben wir es nun gemeinsam zu seinem Hobby gemacht“, ist zu erfahren. Johannes Ebel nahm sich dabei am Montag erst einmal kleine Dinge vor, wie Fische und Vögel. „An die großen Tiere traue ich mich noch nicht ganz heran“, meinte er lächelnd.

Frau Harke aus Holz

Kunst aus Holz erschafft auch Dieter Mattig aus Magdeburg. Er ist mit der Havelbergerin Daniela Süßmann befreundet, die das aktuelle Thema „Kunst im Gartensommer“ für den Elb-Havel-Winkel als Planerin mit entwickelt hat und auch zu den Organisatoren von „Ein Harke-Dorf macht Kunst“ gehört. „Ich drechsle generell Figuren aus Holz“, erzählt er. „Für die Veranstaltung hier in Kamern habe ich auch einige Frau-Harke-Figuren hergestellt und biete diese Interessenten zum Kauf an.“ Am liebsten bearbeitet Dieter Mattig Holz von der Eibe, aber auch alle anderen heimischen Holzsorten sind in seiner Werkstatt vertreten. „Insgesamt sind das 60 bis 65 Arten“, sagt er nach kurzer Überlegung. Auf Handwerkermärkten ist er dann stets mit seiner Holzkunst vertreten. Seit gut 45 Jahren ist das Holzsammeln übrigens ein Hobby von ihm. So bringt er sich ab und an auch von einer Urlaubsreise ins Ausland mal etwas Holz mit.

Bilder

Mehr Besucher gewünscht

„Ein paar Besucher mehr hier wären schön“, meinte Dieter Mattig. Die Resonanz auf den Aktionstag am Strand in Kamern blieb am Montag leider unter den Erwartungen.

Tiere der Frau Harke

Für einige Beiträge zu „Ein Harke-Dorf macht Kunst“ hatten auch Kinder und Jugendliche gesorgt. Acht Schüler aus der Klasse 8b der Havelberger Sekundarschule beteiligten sich im Rahmen des Kunstunterrichts am Projekt „Die Tiere der Frau Harke“. Ihre Kunstlehrerin Caren Pfundt präsentierte die Werke aus Gasbeton am Montag in Kamern: Hasen, Eulen, Schweine, Hühner und einen Dachs. Als Vorlage für ihre Arbeiten diente den Achtklässlern „Die Sage von der großen einäugigen Sau“, die auch bei Frau Harke angesiedelt ist. Bei Caren Pfundt konnte zudem altes Handwerk in Augenschein genommen werden: das Spinnen.

Schicke Baum-Blüten

Fünftklässler aus der Havelberger Sekundarschule bastelten Blüten für die Bäume am Strand, die sich mit diesen sehr schön dekoriert und anzusehen zeigten. Da diese Baum-Blüten nicht verblühen können, werden sie zum Abschluss von „Kunst im Gartensommer“ am 29. Juni zwischen Old School und Erlebnispädagogischem Centrum in Havelberg noch einmal zu sehen sein.

Kleine Äste wurden zu Blumen

Auch die Grundschule Sandau war beim Kunst-Tag in Kamern vertreten. 17 Kinder aus der AG „Holzwurm“ zeigten hier eine sehr kreative Arbeit: Sie hatten belanglose kleinen Äste in schmucke, bunte Blumen verwandelt.

Gute Unterhaltung

Backkunst steuerten die „Hedemietzen“ aus Kamern bei; für den Kaffee dazu sorgte der Jugendklub. Und für gute Unterhaltungskunst für Klein und Groß sorgte „Das kunterbunte und fliegende Karussell“ mit Martin Rühmann und NEUE Nachbarn.