Rat Kamern tagte in Schönfeld Alte Ringdeiche sollen reaktiviert werden
Die Handlungen während der Flut müssen analysiert und Lehren für die Zukunft gezogen werden - das ist das Fazit der regen Diskussion zu dem Thema in Schönfeld.
Schönfeld l Die alten Ringdeiche um die Dörfer sollten nach der Flutkatastrophe reaktiviert werden, schlug Bürgermeister Klaus Beck auf der Sitzung des Kamernschen Rates am Donnerstag in Schönfeld vor. Eventuell muss die Linienführung geändert werden. Die alten und lange vernachlässigten Wälle hätten als zweite Verteidigungslinie noch mehr Schaden in Kamern verhindert. Das Hauptaugenmerk müsse jedoch auf der Deichsanierung an der Elbe liegen.
Klaus Beck dankte Caren Pfundt und Fred-Wilhelm Braunschweig, welche ihn in Wulkau und Schönfeld während der Flut vertraten und Schlimmeres verhinderten. Wegen der Straßenschlitzung saß er in Kamern fest.
Laut aktuellem Kenntnisstand gibt es in Kamern 101 von der Flut betroffene Bürger, in Neukamern 63 und in Schönfeld 16. "Zusammen mit Feuerwehrleuten und anderen Helfern sollten wir als Gemeinde eine Arbeitsgruppe bilden, um alles zum Ablauf der Katastrophe zu erfassen und Rückschlüsse zu ziehen", schlug Klaus Beck vor. So sei man künftig besser vorbereitet.
Schon als erste Meldungen zur Rekordflut kamen, habe Kamern Sand geordert. Der Ort verfügte zudem über 9000 Sandsäcke. Ein Lob ging an Peter Franke, welcher die Internetseite immer aktuell hielt - solange der Strom da war.
Wehr soll wieder der Gemeinde unterstehen
Gemeindearbeiter Detlef Riek kritisierte, dass der Einsatz der Deichwachen von Schönhausen schlecht vorbereitet war. Zudem sei das Amt einen ganzen Tag lang nicht erreichbar gewesen - so etwas dürfe nicht geschehen.
Dass Schönfeld auf sich allein gestellt war, berichtete Fred-Wilhelm Braunschweig, welcher die Maßnahmen im Ort koordinierte. Sandsäcke habe man in Eigeninitiative herangeholt, vom Stab zugesagte Dixie-Toiletten kamen nie an. Dieser sei über die Lage schlecht informiert gewesen. "Plötzlich war die Feuerwehr wieder der Gemeinde unterstellt, dass muss auch künftig so bleiben", erklärte er unter dem Beifall der knapp 20 Gäste.