Havelberg l Das Naturmuseum umfasst damit derzeit an die 300 Präparate. „Wieviel es genau sind, kann ich auf Anhieb gar nicht sagen“, überlegt Klaus Heidrich, der Vereinsvorsitzende. Jetzt aber ist für ihn ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen: „Endlich können wir unsere Ausstellung auch um einige invasive Tierarten erweitern.“ Womit er einen Mink und einen Waschbären meint. „Der Mink war ein Totfund, er ist einem Verkehrsunfall zum Opfer gefallen“, berichtet er. „Den Waschbären hat unser Verein vom Tierpräparator Jan Kühnapfel aus Garz angeboten bekommen. Ein sehr schönes Präparat. Da haben wir natürlich nicht Nein gesagt.“ So viel Schaden der Waschbär in der Natur auch anrichtet – in der Ausstellung im Forsthaus im Mühlenholz in Havelberg werden die Kinder das niedliche Tierchen lieben und streicheln. Ebenso wie den Wolf, der zu den Prunkstücken der Ausstellung gehört.

Marderhund fehlt noch

Was in der Ausstellung von den invasiven Arten jetzt noch fehle, sei ein Marderhund. Klaus Heidrich zeigt sich jedoch ganz optimistisch, dass auch dieser Wunsch des Naturschutz-Vereins in absehbarer Zeit in Erfüllung gehen könnte.

Drossel und Specht

Ins Tierreich des Forsthauses „eingezogen“ ist mit der Kanada-Gans auch eine Graugans. Neu „eingemietet“ haben sich zudem eine Drossel und ein Specht. „Die Drossel haben wir von der Havelberger Förderschule ,Am Lindenweg‘ als Totfund erhalten; vermutlich ist sie gegen eine Scheibe des Schulgebäudes geflogen“, berichtet Klaus Heidrich. Auch der Specht wurde dem Verein als Totfund angeboten. Die Drossel erhält eine Vitrine als neue „Unterkunft“, der Specht kann sich der Gesellschaft von Grün- und Grauspecht erfreuen, die bereits seit längerem einen Platz in der Ausstellung haben.

Präparator ist guter Partner

Für die Präparation all dieser Tiere „ist uns Jan Kühn­apfel immer ein sehr guter Partner“, lobt der Vereinsvorsitzende die Arbeit des Fachmannes aus Garz. Die Kosten dafür trägt der Verein selbst, „wobei wir auch Spendengelder verwenden, die wir im Laufe eines Jahres so erhalten“. „Wenn wir Totfunde haben, dann tauschen wir auch nicht mehr so gut aussehende Präparate gegen diese aus“, macht Klaus Heidrich aufmerksam. Denn es ist nicht so einfach, alle 300 Präparate im Haus gründlich zu pflegen bzw. zu reinigen. Mit der Zeit setzt sich Staub und anderer Schmutz an, der nur schwer oder gar nicht mehr zu entfernen ist. – Einigen Exemplaren im Forsthaus sieht man so ihr Alter bereits deutlich an.

Kinder kommen gerne hierher

Dass sich ein Ausflug zum Forsthaus im Mühlenholz lohnt, zeigt immer wieder das Interesse von Schulklassen und Kindergartengruppen an einer Besichtigung des Domizils, verbunden mit einer Führung durch die Ausstellung. „Aktuell gab es eine Anfrage aus der Havelberger Kindertagesstätte ,Regenbogen‘, die Kindern diese interessante Ausstellung, von der es weit und breit keine ähnliche gibt, einmal zugänglich machen möchte. „Gerade mit unseren neuen Exponaten ist das nun noch attraktiver geworden“, findet Klaus Heidrich.

Dank an unbekannten Spender

Vor längerer Zeit schon hatte er auch eine Überraschung am Forsthaus aufgefunden. Jemand hatte hier in einem Sack vier verschiedene nagelneue Nisthilfen abgelegt. Sie sind alle der Marke Eigenbau. „Dem unbekannten Spender oder der unbekannten Spenderin sagt der Verein dafür ein herzliches Dankeschön. Im Herbst werden wir die Nisthilfen draußen in der Natur anbringen“, verspricht Klaus Heidrich. Spenden sind beim Förderverein „Naturschutz im Elb-Havel-Winkel“ übrigens immer willkommen, ganz gleich in welcher Form: materiell oder finanziell. Alles wird dankbar entgegen genommen.