Havelberg/Brandenburg l 2019 soll es so weit sein: Die drei Teile der einstigen Buga-Brücke, die 2015 in Havelberg den Ausstellungsbereich Dombezirk mit dem alten Domfriedhof verbunden hat, sollen ihre endgültige Bestimmung in Brandenburg an der Havel erhalten. Die Kommune hatte das Bauwerk nach längerem Hin und her im Jahr 2016 erworben, für 12.500 Euro. Damals sollte vor allem das Defizit des Buga-Zweckverbandes etwas reduziert werden. Seitdem sind die Teile im städtischen Bauhof zwischengelagert.

Nun werden sie benötigt. Es gibt drei kleine Brücken im Brandenburgischen für Läufer, Passanten und Radfahrer, die dringend auf Ersatz warten. Das Mittelteil aus Havelberg könnte beispielsweise als Ersatz für den Übergang über den Sandfurthgraben unweit der Ziesarer Landstraße dienen. Dieser wird vornehmlich auch von den Laufsportbegeisterten der Gruppe „Gib alles“ genutzt. Die Läufer haben sich in den Vorjahren rührend um den Korrosionsschutz des Bauwerks gegründet. Doch besteht das Brückchen aus dem Unterteil eines alten Güterwaggons. Das hat den Nachteil, dass an der Unterseite eine sehr massive Längs-Stahlverstrebung ist, die im Fall eines Hochwassers eine zusätzliche Barriere darstellt.

Ähnliches gilt für die kleine Radfahrer- und Fußgängerbrücke neben der Brielower Landstraße. Sie überquert den Durchlass am Wasseraufbereitungsbecken in Höhe des Gewerbegebietes Hohenstücken. Ebenfalls eine Güterwagen-Brücke gibt es bislang an der Uferstraße in Kirchmöser, nahe der Badestelle Arke. Diese weist bereits erhebliche Beschädigungen auf, vor allem an den Rampen haben sich für Radfahrer und Passanten gefährliche Absätze gebildet, beklagen Anwohner in Kirchmöser-Dorf.

Bilder

Denkmal erinnert an Buga

Die Stadt muss nun Obacht geben, um nicht in die Kostenfalle zu tappen, warnt der städtische Straßenbauexperte Peter Reck. „Die ursprünglich geplanten Kosten von 70.000 Euro für den Ersatz der Arke-Brücke haben sich mittlerweile auf 192.000 Euro erhöht.“ Das schließe alle Rampen- und Sicherungsarbeiten mit ein. Die Stadt hat nun die Wahl zwischen drei Varianten: Sie kann die kaputten Bohlen an der bestehenden Brücke austauschen und die Rampen halbwegs befestigen. Sie kann aber auch die Brücke ganz abbauen, auf der danebenliegenden Autobrücke die Fahrbahn verengen und einen Rad-/Fußweg abteilen – das geringe Verkehrsaufkommen lässt eine solche Lösung zu. Reck tendiert zur dritten Lösung: Mit den Planern noch einmal besprechen, wie man den Einbau des Havelberg-Brückenteils zu einigermaßen vertretbaren Kosten realisieren kann. „Dann wird es eben nicht ganz die Luxusvariante.“

Die Buga-Brücke im Ganzen war auch im Gespräch für den geplanten Mühlengraben-Übergang vom Ende der Straße An der Stadtschleuse bis zum Theaterpark, doch war sie gänzlich ungeeignet. Das Projekt eines Neubaus an dieser Stelle wird aus verschiedenen Gründen auch gar nicht mehr verfolgt.

In Havelberg hatte sich die für die temporäre Nutzung gebaute Brücke sehr gut ins Standbild eingefügt. So mancher hätte sie gern behalten. Doch das kam nicht infrage. Der Stadtrat entschied sich für die Demontage, unter anderem aus Kostengründen, weil statische Veränderungen erforderlich gewesen wären. Aber auch der Nutzeffekt wäre sehr gering gewesen. Knapp ein Jahr nach der Buga wurde die Brücke demontiert. Es hatte mehrere Städte gegeben, die sich für das Bauwerk interessierten. Alle nahmen jedoch Abstand vom Kauf. Letztendlich nahm Brandenburg sie.

Kostengründe waren auch der Grund dafür, dass das Brückenfundament im Boden blieb. Die Havelberger Stadträte machten sich Gedanken zur Gestaltung und es gab verschiedene Vorschläge. Seit September 2018 grüßt das einstige Maskottchen der Buga, Wilma Wels, in stilisierter Form vom Nußberg und erinnert an das Großereignis in der Havelregion.