Vielfältiges Angebot zum Tag der offenen Tür

Das Bildungszentrum Havelberg der Berufsbildungsakademie Altmark GmbH (BBA) heißt am Donnerstag, 15. Oktober, zum Tag der offenen Tür willkommen. Im Domizil im Gewerbepark Nord können sich Besucher von 10 bis 14 Uhr über die verschiedenen Bildungsangebote informieren.

Der Tag steht unter dem Motto „Krisen meistern. Know-how sichern. Weiter bilden.“ Ziele sind die Stärkung der Wirtschafts- und Innovationskraft sowie der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit des Einzelnen, um damit den demographischen Wandel zu gestalten. Es fehlen überall Fachkräfte, aber auch fähige Führungskräfte. Lösungsorientiertes Handeln und Denken setzt „Weiter Bildung“ voraus, so die Leiterin des Bildungszentrums.

Die BBA ist erfahren in der Vermittlung in Ausbildung und sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse. Mitarbeiter und Teilnehmer geben darüber Auskunft.

Gute Netzwerkpartner wie ortsansässige Unternehmen, die Teilnehmern Praktika ermöglichen, tragen zum Erfolg bei. Die BBA „Altmark“ GmbH ist zudem Partner im „Netzwerk Frühe Hilfen und Kinderschutz“ des Landkreises Stendal. Partner halten in der BBA Vorträge oder Seminare für die Teilnehmer zu Themen wie „Häusliche Gewalt und Stalking“, Cybermobbing, Hygiene und Suchterkrankungen oder „Drogen, Alkohol und Fahrtüchtigkeit“. Die Regionalbereichsbeamten sind mit Fahrsimulator und Rauschbrille vor Ort.

Neben Stufenausbildung, modularer Weiterbildung und Einzelcoaching gibt es mit BOP und BRAFO Projekte zur Berufsberatung in den Sekundarschulen sowie die Berufsvorbereitung für Jugendliche ohne Schulabschluss und Ausbildungsplatz.

Für Kindergärten der Region und den Hort in Havelberg stellen Teilnehmer in einer AGH-Maßnahme des Jobcenters in der BBA didaktische Materialien her. Gezeigt wird zum Beispiel, wie aus einer Sperrholzplatte ein Rechenbrett, ein Fädeltier oder ein Lauflernwagen wird.

Für das leibliche Wohl wird zum Tag der offenen Tür gesorgt. Die Einnahmen daraus werden wieder einer Kindereinrichtung gespendet.

Havelberg l Ob junge Leute, die aus welchen Gründen auch immer keinen Schulabschluss oder Ausbildungsplatz haben, oder Erwachsene, die lange Zeit arbeitslos sind: „Wer will, für den finden wir eine Ausbildung oder eine Arbeitsstelle.“ Davon ist die Leiterin des Bildungszentrums Havelberger der Berufsbildungsakademie Altmark (BBA) Nancy Mühlenberg überzeugt. Und der Erfolg der vergangenen Jahre spricht dafür. Durch Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Stufenausbildung, modulare Weiterbildung und Einzelcoaching finden Teilnehmer eine neue Perspektive.

Jüngstes Beispiel ist ­Lucien Pillatzki, der gerade seine Ausbildung zum Verkäufer begonnen hat. „Wir können nur so gute Arbeit wegen unserer Netzwerkpartner leisten. Dazu gehören die ortsansässigen Unternehmen, die unseren Teilnehmern immer wieder die Chance geben, ein Praktikum zu absolvieren und sich auszuprobieren“, ist Nancy Mühlenberg dankbar für die Unterstützung. Als der 17-Jährige aus Sandau zur BBA kam, hatte er keinen Berufswunsch und auch noch keinen Schulabschluss. Er holte den Abschluss nach und merkte, dass ihm der Verkauf liegt. In Robert Seelig, Pächter der Shell-Tankstelle in Havelberg, und dem Mitarbeiterteam fand sich ein Betrieb, der Lucien nicht nur ein Praktikum, sondern nun auch eine Ausbildung ermöglicht.

Er hat schon öfter Lehrlinge ausgebildet, aufgrund schlechter Erfahrungen dann aber pausiert. Weil Angelique Tiedemann ihm glaubhaft machen konnte, dass sie ernsthaft an der dreijährigen Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau interessiert ist, bot Robert Seelig der Havelbergerin einen Ausbildungsvertrag zum 1. August an. Das lief auf ganz normalem Weg ohne BBA. Dann kam Mandy Borowski, in der BBA als Bildungsbegleiterin tätig, auf ihn zu und bat um Unterstützung für Lucien. Auch hier sagte der Pächter zu und hat nun seit 1. September zwei Lehrlinge. „Wir können doch nicht alle jungen Leute wegziehen lassen“, findet er.

Tag der offenen Tür

Lucien absolviert die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer. Mit Angelique versteht er sich gut und sie kann ihm beim Lernen helfen. Und die BBA begleitet ihn weiter, er kann sich jederzeit dorthin wenden. Die kurzen Wege und der direkte Draht zu den Partnern sind die Vorteile bei allen Maßnahmen. Das hat auch Karsten Sturzbecher erfahren, der über das AOS-Center der BBA (Aktivierung, Orientierung und Stabilisierung) einen festen Arbeitsplatz im Forstbetrieb von Fritz Kleinod in Breddin gefunden hat. Nach seiner Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau hat er über viele Jahre nie eine längerfristige Arbeit gehabt. Nach Einzelcoaching und AOS kam er relativ schnell ins achtwöchige Praktikum und wurde dann gleich Anfang Mai fest eingestellt, berichtet Mandy Borowski.

Bei Langzeitarbeitslosen ist von den Praktikumsbetrieben oft viel Geduld gefragt. „Wir sind froh, dass wir Betriebe haben, die mitziehen“, sagt Nancy Mühlenberg. Welche Möglichkeiten es für Jugendliche und Erwachsene gibt und welche Fördermöglichkeiten für Betriebe bestehen, will die BBA in Havelberg am 15. Oktober beim Tag der offenen Tür zeigen. „Betriebe, die uns besuchen, könnten vielleicht schon den nächsten potenziellen Praktikanten oder sogar Azubi beziehungsweise Mitarbeiter kennenlernen.“