Havelberg l „Dachs“ und „Büffel“ heißen die Panzer, mit denen die Soldaten seit Dienstagmittag unermüdlich im Einsatz sind, um gemeinsam mit Feuerwehren und Polizei der Feuersbrunst auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern Herr zu werden. Am Mittwoch konnten erste Erfolge vermeldet werden. Das Feuer wurde eingedämmt. Doch ist die Gefahr, dass Flammen wieder auflodern, noch nicht gebannt.

Deshalb rechnen die Soldaten des Panzerpionierbataillons 803 Havelberg damit, mindestens bis Sonntag dort im Einsatz zu sein. Dienstagmittag waren 60 Soldaten mit vier Pionierpanzern „Dachs“ in Lübtheen angekommen. Bis zum Abend hin wurden die ersten 30 Kilometer Schneisen gezogen, berichtet Presseoffizier Stefan Gäde. Unterstützt werden die Havelberger von zwei Bergepanzern „Büffel“ einer anderen Einheit.

Die Führung hat der Kommandeur des Panzerpionierbataillons Oberstleutnant Ralph Peter. Ein kleiner Gefechtsstand ist eingerichtet, zu dem auch eine Funkeinrichtung gehört. Von dort werden die „Dachse“ geführt und bekommen neue Aufträge. Weil der einstige Truppenübungsplatz munitionsbelastet ist, fahren die Soldaten oft „unter Luke“, damit sie im geschlossenen Panzer gegen eine mögliche Detonation gesichert sind. Am Mittwoch erhöhte sich die Zahl der Soldaten auf 75. Bis Sonntag werden es voraussichtlich wieder weniger. Am Mittwoch ging es vor allem darum, die Schneisen weiter auszubauen und neue anzulegen. Acht Kilometer waren bis zum späten Nachmittag geschafft.

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Die Soldaten sind Teil Hunderter Einsatzkräfte – gestern waren es 850 –, die seit Sonntag gegen das Flammeninferno kämpfen, das sogar die Evakuierung nahegelegener Orte erforderlich machte. Trockenheit und Wind machten es dem Feuer leicht, sich auszubreiten, und den Einsatzkräften schwer, dagegen anzukommen. Die Rauchwolken waren am Sonntag bis in unsere Region gezogen. Per amtlicher Warnung waren etwa die Einwohner von Havelberg, Nitzow und Sandau ostelbisch sowie Werben und Seehausen westelbisch aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Hiesige Feuerwehren waren gegen 19.30 Uhr wegen des weithin sichtbaren Qualmes zunächst sogar losgefahren, um mögliche Brandherde hier zu finden. Bei Tagestemperaturen von 37 Grad Celsius war die Gefahr eines Brandes groß. „Unklare Verqualmung“ lautete die Alarmierung.