Havelberg l Bisher hat die Hansestadt Havelberg noch keine Erfahrungen mit Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden. Das soll sich ändern. Für die beiden Kindertagesstätten „Zwergenland“ und „Regenbogen“ ist die Installation vorgesehen. Den Stadträten liegt auf ihrer nächsten Sitzung am 7. März eine entsprechende Beschlussvorlage vor. Die Mitglieder des Bau- und Wirtschaftsausschusses und des Haupt- und Finanzausschusses haben bereits einstimmig für das Vorhaben votiert.

Ein privates Unternehmen hat der Stadt ein Angebot unterbreitet, das nach Prüfung durch die Stadtwerke als wirtschaftlich und machbar eingeschätzt wird. Vor allem sind die Anlagen dafür gedacht, die Einrichtungen selbst mit Strom zu versorgen. Überschüssige Energie, die etwa in den Sommermonaten oder an Wochenenden anfallen dürfte, würde ins Netz eingespeist. Im Endeffekt werden Betriebskosten gespart, sagte Kämmerin und Bauamtsleiterin Petra Jonschkowski im Bauausschuss. Die Kosten für die Installation würde die Stadt durch eine Entnahme aus der Sonderrücklage vorfinanzieren. Die aus der Einspeisung erwirtschafteten Erlöse würden zur Deckung der Kosten der Sonderrücklage jährlich wieder zugeführt.

Spezifische Ausschreibung

„Innerhalb von zehn Jahren könnte sich ein Plus ergeben“, so Petra Jonschkowski. Da die Stadt die Installation ausschreiben muss, kann das vorliegende Angebot nicht öffentlich gemacht werden.

In der Diskussion traten Fragen dazu auf, wie sich die Versicherung für die Gebäude möglicherweise verändert und wie es im Falle eines Feuers mit der Brandbekämpfung ist. Zu letzterem sprach die Volksstimme mit Stadtwehrleiter Ulrich Ziegler. „Bei Gebäuden mit Photovoltaikanlagen ist besondere Vorsicht beim Löscheinsatz angezeigt, denn sie stellen eine zusätzliche Gefahr für die Kameraden dar. Die elektrischen Leitungen lassen sich nicht abschalten. Auch bei der In­stallation der Elek­troleitungen ist der Schutz der Rettungswege zu beachten“, macht er deutlich.

Im Hauptausschuss wies Stadtrat Stefan Skibbe zudem auf hochfrequente Töne hin, die es zu beachten gelte. Er hatte sich inzwischen im Internet zu Photovoltaikanlagen intensiv belesen. Petra Jonschkowski versicherte, dass bei der Ausschreibung spezifisch auf die Installation solcher Anlagen auf Kitas hingewiesen werden soll.

Grundsätzlich, so machten es die Stadträte deutlich, befürworten sie die Nutzung von umweltfreundlich produzierter Energie. „Damit setzt die Stadt aus ökologischer Sicht ein Zeichen“, so Jürgen Kerfien.

Landesweit gibt es bereits Kitas, die für den eigenen Stromverbrauch seit mehreren Jahren auf Sonnenenergie setzen. So zum Beispiel in Jerichow und Genthin.