Havelberg l  „Das Jahr 2018 war das bisher einsatzintensivste seit Beginn der Aufzeichnungen“, hieß es auf der Jahreshauptversammlung der Wehr. „Wir hatten 104 verschiedene Aufgaben zu lösen“, begann Stadtwehrleiter Ulrich Ziegler seinen Bericht zu dieser Thematik. Darunter fallen 24 Brände – 16 Kleinbrände, sieben mittlere Brände und ein Großbrand. Bei letzterem handelte es sich um einen Hausbrand im brandenburgischen Storbeckshof, nicht weit von Glöwen entfernt, im März 2018, bei dem leider auch die beiden Bewohner, ein Rentnerehepaar, ihr Leben verloren. Sie waren schon verstorben, als die alarmierten Feuerwehren der Umgebung eintrafen. Desweiteren zählte Ulrich Ziegler folgende Brände auf: zwei Papiercontainer-Brände, Müllbrand, Pkw-Brand, Werkstattbrand, viermal Strohballenbrand, Dachstuhlbrand, zweimal Mülleimer-Brand, dreimal Küchenbrand (durch angebranntes Essen), Sauna-Brand, Waldbrand, Getreidefeld-Brand, Brand in Biogasanlage, Kellerbrand, Vollbrand von drei Lauben, Schuppenbrand, Flächenbrand (Unrat, Müll) und zwei Waldbrodenbrände kurz vor Weihnachten.

Zehn vorsätzliche Brandstifungen

Ursächlich dafür waren unter anderem zehn vorsätzliche Brandstiftungen, fünf fahrlässige Brandstiftungen, vier technische Ursachen und zweimal Blitzschlag.

Neun Menschen das Leben gerettet

Zu Hilfeleistungen ist die Havelberger Feuerwehr 2018 insgesamt 33 Mal gerufen worden. Darunter fielen: sechs Sturmschäden, zwei Ölspuren, ein Baum auf einer Oberleitung, zweimal im Fahrstuhl stecken gebliebene Personen, der Einsturz einer Hauswand, zwei Verkehrsunfälle, einer davon mit einer eingeklemmten Person, eine Pkw-Bergung aus der Elbe, Wasser in einem Keller, ein treibendes Wehrbauteil (Dalbe) in der Havel bei Vehlgast und zwölf Türöffnungen für den Rettungsdienst und für die Polizei. „Durch diese Türöffnungen hat die Havelberger Feuerwehr insgesamt neun Menschen das Leben gerettet“, fügte Ulrich Ziegler an.

Großeinsatz zu Grillvergnügen

Unter „Sonstige Einsätze“ verzeichnet die Jahresstatistik der Havelberger Wehr unter anderem acht Fehlalarmierungen durch Brandmeldeanlagen (viermal Krankenhaus sowie Julianenhof, Rathaus, Prignitz-Museum und Evangelisches Seniorenzentrum) und vier Fehlalarmierungen durch Heimrauchmelder. Acht Tragehilfen für den Rettungsdienst, eine Waldbrandübung, eine Übung in der Elb-Havel-Kaserne und neun Brandsicherheitswachen finden sich ebenfalls in dieser Rubrik wieder. Aber auch ein Großeinsatz von mehreren Feuerwehren aus der Umgebung zu einem angeblichen Brand, der sich dann als Grillvergnügen in einer Garage herausstellte.

Zweimal Ausfall der Leitstelle

An zwei Tagen musste zudem eine Sitzbereitschaft im Gerätehaus gewährleistet werden, als durch den Totalausfall der Leitstelle des Landkreises Stendal und der Leitstelle Altmark ein Riesenproblem entstanden war. Sämtliche Kommunikationsmittel und Alarmierungsmittel zu allen Sicherheitsbereichen waren dadurch ausgefallen – zum Glück ist im Havelberger Bereich an diesen Tagen nichts Schlimmes passiert.

Schnelle Ausrückezeiten

Nicht ohne Stolz erwähnte der Stadtwehrleiter auch die recht kurzen Ausrückezeiten vom Zeitpunkt der Alarmierung an, die im Schnitt zwischen fünf und sieben Minuten lagen. Am schnellsten waren zwei Minuten; viermal wurden zehn Minuten benötigt. „Mit diesen Ausrückezeiten und einer durchschnittlichen Einsatzstärke von 8,3 Kameraden können wie uns sehen lassen“, resümierte Ulrich Ziegler. Die Einsatzfahrzeuge der Wehr waren isgesamt 204 Mal „im harten Einsatz“, informierte der Stadtwehrleiter.