Schönhausen l Der Bericht über das Jahr 2018 war die letzte Amtshandlung des einstigen Gemeindewehrleiters Karl-Heinz Pick, der zum Jahreswechsel aus diesem Ehrenamt ausgeschieden war. Sein Nachfolger Uwe Engel aus Schollene ist erkrankt und konnte darum die Sitzung nicht leiten.

Im Vorjahr gab es sechs Dienstberatungen mit den Ortswehrleitern, zudem nahmen Vertreter der Verbandsgemeindewehrleitung oder der Verwaltung an zehn Jahreshauptversammlungen in den Orten teil. Im Vorjahr wurden in Fischbeck 20 Truppmänner sowie 10 Truppführer durch André Köppe ausgebildet. Ferner gab es zwei Einsatzübungen in Schönhausen und Klietz, berichtete Karl-Heinz Pick. Bei der Ausbildung der Führungskräfte ging es im März um das Thema Waldbrand, am 9. Juni hatten die Wettkämpfe im Löschangriff in Schönhausen stattgefunden.

Grundstein in Wust gelegt

Mit dabei war man natürlich auch bei der alljährlichen Hochwasserkonferenz des Landkreises, welche immer um den 10. Juni – dem Jahrestag des Deichbruches – stattfindet. Zwei erfreuliche Aktionen: Im Juni wurde in Schollene eine weitere Kinderwehr gegründet und im September erfolgte endlich die Grundsteinlegung für das Wuster Gerätehaus. Die herbstliche Überprüfung der Wehren erfolgte ohne große Beanstandungen, am 16. November wurde auf einer Dienstberatung in Neuermark-Lübars die neue Verbandsgemeindewehrleitung gewählt.

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Insgesamt wurden im heißen und trockenen Vorjahr in der Verbandsgemeinde 73 Einsätze gefahren, wofür 123 Alarmierungen erfolgten. Denn vor allem in der Arbeitszeit werden vorsorglich immer mehrere Wehren alarmiert. 33 Brände waren zu löschen und es gab 35 Hilfeleistungen. Die meisten Einsätze hatte mit 35 Schönhausen, gefolgt von Klietz (21), Fischbeck (14) und Schollene mit 10 Alarmierungen.

335 Aktive in der Verbandsgemeinde

Insgesamt gab es Ende Oktober des Vorjahres 335 Aktive in der Verbandsgemeinde, darunter 61 Frauen. 76 Jungen und Mädchen arbeiten in den Jugendwehren mit – und damit sieben mehr als im Jahr davor. Einen gewaltigen Sprung nach vorn gab es bei den Kinderwehren: Wurden hier 2017 noch 18 Mitglieder registriert, waren es im Oktober 2018 dank des Neuzugangs Schollene immerhin 52 Kinder. Die Altersabteilungen zählten 73 Mitglieder.

Die Ortswehren haben derzeit 46 Gruppen-, 17 Zug- und fünf Verbandsführer. Insgesamt 106 Aktive können Atemschutz tragen – wobei es unerlässlich ist, dass sie alljährlich die Teststrecke in der Feuerwehrzentrale bewältigen. 116 der Freiwilligen sind in der Technischen Hilfe ausgebildet und 100 sind Maschinisten. Weiterer Bedarf besteht bei Aktiven, welche für den ABC-Einsatz ausgebildet sind, derzeit sind es nämlich nur 18.

Sieben Jugend- und fünf Kinderfeuerwehren

Vier meldepflichtige Unfälle wurden 2018 registriert: Ein Schollener und ein Hohengöhrener verletzten sich beim Training für den Löschangriff, ein Sandauer bekam Kreislaufprobleme in der Atemschutz-Teststrecke, ein Klietzer stürzte beim Einsatz und zog sich Schürfwunden zu. Bedenklich stimmt die Entwicklung bei der Einsatzbereitschaft am Tage: Standen 2017 in der Arbeitszeit noch 91 Aktive zur Verfügung, waren es im Vorjahr nur noch etwa 78 Kameraden.

Gemeindejugendwart Christopher Rzyski aus Fischbeck informierte über seine Statistiken. Derzeit gibt es sieben Jugend- und fünf Kinderfeuerwehren im Elbe-Havel-Land. Zum Jahresende waren 74 Mitglieder in den Jugendwehren. Feste Termine im Jahreskalender sind die Orientierungsmärsche – wobei jener im Vorjahr in Fischbeck stattfand – und die Stadtrallyes.

Alle Jugendwehren beim Löschangriff

Der Löschangriff hatte in Schönhausen stattgefunden – an ihm hatten immerhin alle sieben Jugendwehren teilgenommen. Dem gemeinsamen Kennenlernen diente auch das Zeltlager in Wust auf dem Sportplatz, wobei es eine Nachtwanderung gab und alle Teilnehmer den Test zur Jugendflamme, Stufe I, bestanden. In diesem Jahr soll beim Camp in Schönhausen die anspruchsvollere Stufe II folgen.

Unter dem Punkt „Informationen aus der Verwaltung“ berichtete Bürgermeisterin und Dienstherrin Steffi Friedebold über die erfolgte Anschaffung der Wärmebildkamera, welche zentral in Klietz stationiert wurde. Nach einigen Startproblemen ging auch der Bau des Wuster Gerätehauses endlich los, spätestens im Spätsommer soll es bezogen werden. Hier soll dann auch die zentrale Kleiderkammer eingerichtet werden. Dem Kauf eines neuen Löschfahrzeuges für die Wuster dürfte dann auch nichts mehr im Wege stehen, es wird mit weiteren Fahrzeugen zentral übers Land beschafft. Im November soll dann auch das neue Schollener Löschfahrzeug geliefert werden. Zum Ersatz fürs defekte Schönfelder Fahrzeug informierte die Bürgermeisterin, dass bereits einige Fahrzeuge angeschaut wurden, jetzt wird entschieden.

Die Verbandsgemeinde hatte im Vorjahr sieben Führerscheine für die Wehren und einen Lehrgang für Sägeführer bezahlt. Der Brandcontainer wird nur noch alle zwei Jahre geordert – und zwar im Wechsel mit dem Fahrsicherheitstraining für die Maschinisten. Die Risiko-Analyse wird in Kürze überarbeitet, im November soll dies laut Vorgabe abgeschlossen werden.

Karl-Heinz Pick wies da­rauf hin, dass der Verbandsrat vor zwei Jahren den Kauf von Laptops für die Ortswehren beschlossen hatte – seitdem sei aber leider nichts geschehen. Auch sind etliche Gerätehäuser immer noch nicht mit dem Internet verbunden oder können noch nicht einmal Faxe empfangen. Die Computer sind gekauft und müssen noch mit der Software ausgestattet werden – in der Abteilung ist nur ein Mitarbeiter tätig. Bis Ende April sollen zudem alle Gerätehäuser angeschlossen sein.

Abschnittsleiter André Köppe kritisierte, dass der TÜV des Fischbecker Schneid- und Spreizgerätes dieses Jahr ausläuft und bislang noch kein Ersatz beschafft wurde. Weiterhin wies er darauf hin, dass von der Versicherung 40 Ausbildungsstunden im Jahr gefordert werden – was aber bei einigen Wehren angesichts der wenigen Dienstabende nicht zu schaffen ist.

TÜV vom Gerät läuft 2019 aus

Die zentrale Versammlung wurde auch genutzt, um neue Funktionsträger zu ernennen. So Florian Meinschien zum Wulkauer Ortswehrleiter sowie Toralf Henning zu dessen Stellvertreter. Neuer Wehrleiter in Wust ist jetzt Steffen Gottschalk, sein Stellvertreter Torsten Reumann. Eine neue Wehrleitung gibt es mit Thomas Vietzke und David Rateitschak zudem in Klietz.

Zu Gruppenführern wurden Markus Gehrandt, Tony Lobitz, Erik Müller, Martin Oelsner, Christian Schäler, Robert Schulze und Christian Wulfänger berufen. Sowie René Köhler, Florian Meyer, Torsten Reumann und Steffen Gottschalk zu Zugführern und der Wuster Christian Schäler zum Gerätewart.

Verbandsratsvorsitzender Wolfgang Gehrke sagte, das Gremium werde den Wehren stets all jene Technik zur Verfügung stellen, welche für die Einsätze benötigt werde. Er begrüßt es, dass die Gemeindewehrleitung oftmals an den Sitzungen des Verbandsrates und seiner Ausschüsse teilgenommen hatte.

Peter Jugler als stellvertretender Gemeindewehrleiter informierte abschließend, dass jetzt die Umrüstung der Funktechnik auf dem Plan steht, angeschafft werden zwei Schneid- und Spreizgeräte für Klietz und Fischbeck sowie eine Pumpe für Sydow.