Neuermark-Lübars l Es sei zwar sehr spät, aber dennoch nicht zu spät, um die Fluthelfernadeln an die Neuermark-Lübarser zu verleihen. Das sagte Bürgermeister Hermann Paschke am Samstagnachmittag zu den Dorfbewohnern, die ins Gemeinschaftshaus zu einer feierlichen Stunde eingeladen waren. Stellvertretend für alle, die sich im Juni 2013 in welcher Art und Weise auch immer für den vom Deichbruchwasser eingeschlossenen Ort engagierten, wurden 75 Urkunden und Nadeln ausgereicht.

Zunächst begrüßte Friedrich-Wilhelm Kieselbach als Vorsitzender des Heimatvereins die Anwesenden und stimmte auf die folgenden Stunden ein. Denn nach der Zeremonie ging es weiter mit einem Fackelumzug durch den Ort, dem Abbrennen des Einheitsfeuers sowie dem Anschauen von Bildern vom Sommer 2013 und dem Festumzug mit alten Fahrzeugen 2014 durch Neuermark-Lübars. Der Heimatverein mit Unterstützung der Feuerwehr hatte alles für das Fest vorbereitet, das auch Dank des herrlichen Wetters wieder als gelungen bezeichnet werden konnte.

Hermann Paschke erinnerte zunächst erst einmal an die Katastrophe, die am 10. Juni 2013 über das Elbe-Havel-Land hereingebrochen war. „Jung und Alt in Neuermark-Lübars haben bewiesen, dass man in Freud und Leid zusammenhält.“ Die Schwachstellen müssten gefunden werden, um bei künftigen Katastrophen besser reagieren zu können. Ganz wichtig sei es, auf die Erfahrungen der Dorfbewohner zurückzugreifen – „sie kennen sich mit den Gegebenheiten am besten aus“. Deshalb sei es auch gut gewesen, dass sich ein Teil der Neuermark-Lübarser gegen die vom Innenminister angeordnete Evakuierung zur Wehr gesetzt haben. Denn so konnte das zurückgelassene Vieh versorgt werden und durch den Bau von zwei Wällen aus Sand und Sandsäcken ein Überfluten von Teilen des Ortes verhindert werden. „Wir müssen das alles aufschreiben, damit nichts in Vergessenheit gerät“, sagt Helmut Lemme. Er gab zu allen Gruppen, die die Flutnadeln erhielten, ein paar Erklärungen. Auch zu den anwesenden Molkenbergern, die ein Boot brachten, mit dem die Neuermark-Lübarser nach Klietz fahren konnten, um Verpflegung zu holen.

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