Kamern l Grün wie die Hoffnung waren die Luftballons, die am Samstagnachmittag an der Freien Schule Kamern in den Himmel stiegen. Die Gäste des Frühlingsfestes äußerten damit ihren Protest, dass es für die Freie Schule bisher keine Genehmigung gegeben hat. Weil laut Ansicht des Landesschulamtes „das besondere pädagogische Interesse fehlt“. Doch die Akteure des Trägervereins „neugierig“ sind voller Optimismus, im kommenden Sommer endlich mit der ersten jahrgangsübergreifenden Klasse 1/2 starten zu können. Darüber entscheidet das Verwaltungsgericht in Magdeburg am 30. Mai. Hier hat der Verein gegen die Ablehnung geklagt.

BI unterstützt den Trägerverein

„Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Vorstandsmitglied Stefanie Wischer, nach dem schon langen Kampf um die Genehmigung der Schule nicht entmutigt. Im Gegenteil! Beim Frühlingsfest am Sonnabend spürte man die Vorfreude auf die Eröffnung. Viele Gäste waren gekommen, um einen Blick in das einstige Oberschul-Gebäude zu werfen. Baulich hat sich hier schon einiges getan. Bevor die Gäste aus nah und fern ihren Rundgang starteten, ließen sie Ballons steigen – eine Initiative der BI „Lebendiges Elbe-Havel-Land“. Sie unterstützt die Aktivitäten in Kamern. „Denn die Freie Schule stellt keine Konkurrenz zu den staatlichen Grundschulen im Elbe-Havel-Land dar, sondern eine Bereicherung“, so der Vorsitzende Dirk Hahn. Junge Familien sollen hierbleiben, zurückkommen oder sich ganz neu ansiedeln. Wie Schulleiterin Katharina Bensch erklärt, sind das die fünf Säulen, die die Freie Schule ausmachen: Individuelles Lernen, Inklusion, Kosmische Erziehung mit ganzheitlichem und fächerübergreifendem Lernen, Werkstätten, Naturwissenschaft und Handwerk sowie Tiergestütztes Lernen/Lehrbauernhof.

Stefanie Wischer freut sich über die Unterstützung der BI, „lebendig und neugierig – das passt zusammen!“ Auch wenn ein weiteres Jahr verstrichen ist, sind die potenziellen Schüler treu geblieben: 18 Anmeldungen liegen vor, mehr als 20 Kinder sollen es nicht sein.

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Kooperation mit dem Siti

Wie praktisch der Unterricht aussehen soll, erfuhren die Besucher am Sonnabend. Da wurde gedruckt, durchs Mikroskop geschaut, gebastelt ... Auch das am Havelberger Gymnasium angesiedelte Schülerinstitut war dabei und machte neugierig auf Technisches. „Wir haben einen Kooperationsvertrag mit dem Trägerverein geschlossen und wollen eng mit der Freien Schule zusammenarbeiten“, sagt Vereinschef Dr. Hannes König. Natur und Technik lassen sich bestens miteinander verbinden. Ihm zur Seite stand am Sonnabend Malte Wischer aus Kamern. Er hatte einst beim SITI mitgemacht, bevor er in der 9. Klasse an die Landesschule Pforta ans Internatsgymnasium zur Förderung Begabter wechselte. Jetzt lernt er in der 9. Klasse und profitiert noch immer von dem, was er im SITI gelernt hat.

Gestärkt durch das große Interesse am Sonnabend gehen die Neugierig-Akteure voller Optimismus in die Gerichtsverhandlung. Mit der Freien Schule soll das Elbe-Havel-Land vielfältiger, bunter, lebendiger werden.