Havelberg l Wenn die Saldernberger Friedhofsgemeinschaft zum Arbeitseinsatz einlädt, geht es nicht nur um die Arbeiten an sich, die zu erledigen sind, sondern vor allem auch darum, die Gemeinschaft zu fördern und etwas für Natur und Umwelt zu unternehmen. So war es auch am Montag, als der Havelberger Verein anlässlich des Freiwilligentages des Landkreises auf dem Friedhofsareal über 40 Helfer begrüßen konnte. „Der Einsatz ist vereinsübergreifend gedacht, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Wir freuen uns, dass viele unserer Einladung gefolgt sind“, sagt Hartmut Pohl, Vorsitzender der Friedhofsgemeinschaft.

Vertreter von Jugendzentrum, Tierschutzverein, Leichtathletikabteilung des SV 90, Gartensparte am Schmokenberg, Deutschem Bundeswehrverband und der Pionierkameradschaft wurden ebenso begrüßt wie Soldaten der 3. Kompanie des Panzerpionierbataillons 803 Havelberg und Mitarbeiter der Firmen Strawinski und Schmiedl. Sie alle legten fleißig Hand an, um den Friedhof mit seinem Parkcharakter auf Vordermann zu bringen und „etwas für die Umwelt zu leisten“. Denn das war das Motto des Tages. „Wir wollen das Bewusstsein stärken, dass auch künftige Generationen in einem gesunden Umfeld mit Pflanzen und Tieren leben können. Dafür haben wir bereits Insektenhotels und Nistkästen angebracht. Heute kommen weitere hinzu.“ Hartmut Pohl freut sich, dass die Bevölkerung die Friedhofsgemeinschaft unterstützt. So gibt es etwa Spenden für Vogelfutter. Immerhin 50 Kilogramm wurden 2018 verfüttert. Vom Spatz bis zum Specht fühlen sich verschiedene Vogelarten wohl auf dem Friedhof. Die neuen Nistkästen sind vor allem für Meisen und Rotkehlchen gedacht. Hartmut Pohl dankt hier Wanda Mielke für die Spende, die den Kauf von fünf Vogelhäusern ermöglichte. Ein Dankeschön geht außerdem an Stefan Tobehn aus Nitzow, der ein Insektenhotel gebaut hat.

Blühendes und Hotels für Insekten

Am Montag entstand eine weitere Unterkunft für Insekten. Bei den Arbeiten unterstützte Landratskandidat Patrick Puhlmann (SPD). Hartmut Pohl und er kennen sich schon länger. Der Einladung zum Gespräch in der Frühstückspause folgte der 36-Jährige gern. Doch wollte er auch zupacken und nicht nur zugucken. Ein weiterer Dank geht an den Kommandeur des Panzerpionierbataillons, der es immer wieder ermöglicht, Soldaten zur Hilfe abzustellen. Die Pioniere kümmerten sich hauptsächlich um die Kriegsgräber auf dem Saldernberger Friedhof.

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Damit es auch kräftig blüht und Bienen und Insekten ausreichend Nahrung finden, wurden entsprechende Pflanzen in die Erde gebracht. Ansonsten wurde Unkraut beseitigt, Rasen gemäht, Hecke geschnitten, das Eingangstor gestrichen ... „Alle sind sehr fleißig und wir haben sogar mehr Helfer als im vergangenen Jahr, als das MDR Fernsehen mit der Sendung ,Mitmachen statt Meckern‘ zu Gast war“, freut sich der Vorsitzende.

„So ein Arbeitseinsatz macht Spaß und man sieht viele Leute wieder“, nennt Karin Spingler ihre Motivation zum Mitmachen. Birgit Beutling berichtet, dass viele ihrer Verwandten auf dem Friedhof beigesetzt sind und es für sie selbstverständlich ist, mitzuhelfen. Wieder mit dabei ist auch Birgit Bauer. Sich ehrenamtlich zu engagieren, ist ihr wichtig. Seit 13 Jahren hilft sie deshalb auch bei der Tafel mit.

Für die Pausenversorgung hatten Gertraud Schröder und Hannelore Arndt vom Vorstand gesorgt. Alle Helfer ließen sich die Brötchen gut schmecken und nutzten die Gelegenheit zum Plaudern, bevor sie wieder zu Harke, Spaten, Pinsel und anderen Arbeitsgeräten griffen.