Sandau l In einer langen Schlange standen mit jeweils 17 Tonnen Auenlehm beladene Kipper auf der Sandauer Deichkrone. Das Material wurde abgekippt und danach wasserseitig von einer Raupe auf der Böschung südlich neben der neu errichteten Deichscharte verteilt. Mit einer Schaffußwalze wird der Lehm anschließend verdichtet.

Wegen der schon lange trockenen Witterung liegen die Deichbauer gut im Zeitplan, informierte Flussbereichsleiter Marco Schirmer vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz LHW in Genthin auf Nachfrage. Wie schon bei der Deichrückverlegung in Richtung Wulkau hatte auch für diese Baumaßnahme die Firma Eggers aus Wittenberge den Zuschlag bekommen.

Kappe entsteht neben der Krone

In dem Bereich wird die wasserseitige Böschung in Form einer Kappe erhöht, weshalb auch der Wall in Richtung Elbe hin verbreitert werden muss. Denn landseitig stehen Häuser, hier ist also kein Platz. Neben dem Kronenweg wird in diesem 800 Meter langen südlichen Bauabschnitt auch eine Entwässerung eingebaut, der Weg wird an der Überfahrt zur Stadt hin verschwenkt. Weil die wasserseitige Böschung erhöht wird, musste auch die Dichtung aus Ton angepasst werden.

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Auf etwa der Hälfte der Bautrasse war dies schon erfolgt, jetzt folgte der Bereich neben der neuen Scharte. Diese ist inzwischen komplett fertiggestellt, jetzt müssen noch die Anschlüsse gemacht werden. Die komplette Fertigstellung der Scharte auf der Fährüberfahrt ist im Juni geplant. So lange kann hier auch niemand zur Fähre fahren, denn die Zufahrten werden noch von den Baufahrzeugen genutzt.

Anschlüsse an Scharte fehlen noch

Zudem wird die Sandauer Fährstraße im Deichvorland von der Landesstraßenbaubehörde ebenfalls saniert – das Vorhaben bot sich im Zuge der Sperrung geradezu an. Der Durchlass ist jetzt als erstes an der Reihe, danach wird die Fahrbahn erneuert.

Die Arbeiten im Nordbereich der Ortslage sind inzwischen abgeschlossen, die Lagerplätze müssen aber noch von Material beräumt und wieder rekultiviert werden.

Diese Baustelle war ähnlich lang wie jene im Südbereich. Eine Besonderheit war hier die alte Deponie, weshalb in dem Bereich keine Berme errichtet wurde. Ein dazu erforderlicher Bodenaustausch wäre wegen des hier verklappten Mülls viel zu teuer geworden.

Ausschreibung für Revision läuft europaweit

Das Bauamt der Verbandsgemeinde hat die Landrevision der Fähre inzwischen ausgeschrieben, im Mai ist Submission. Weil die Gesamtsumme über 200 000 Euro liegt, musste dies europaweit erfolgen.

Laut Ausschreibung soll die Revision möglichst bis zum Monat September beendet sein. Denn dann soll auch die Sanierung der Sandauer Ortsdurchfahrt abgeschlossen ein, die Fähre könnte dann also wieder über den Strom setzen. Derzeit liegt sie an der Havelberger Schleuse. Ein Einsatz mal so zwischendurch ist derzeit nicht geplant, der Aufwand wäre zu hoch dafür.