Quitzöbel l Allein für die beiden Lose des jetzt laufenden Bauabschnittes – also den Stahlwasserbau und den Massivbau – sind fast elf Millionen Euro veranschlagt. Dabei werden unter anderem die Tore komplett ausgebaut und von einer Firma aus Karstädt durch neue ersetzt. Das muss umgehend erfolgen – weshalb die neuen Tore auf den Zentimeter genau passen müssen. Um kein Risiko einzugehen, werden dazu sogar noch Schablonen angefertigt.

Ein anderes Risiko soll beim Bau der durch Spundwände umschlossenen Arbeitsgrube durch umfassende Untersuchungen ebenfalls minimiert werden: Der Untergrund wurde analysiert, um eine optimale Lösung zum Abdichten der Grube zu finden. Das brachte zwar den Bauzeitplan etwas aus dem Lot, weit teurer und zeitraubender wäre jedoch eine unbeabsichtigte Wässerung der Grube – wie zuvor beim Wehrbau am benachbarten Altarmwehr geschehen. Auch deswegen liegt diese Baustelle seit etlicher Zeit brach.

Taucher kamen zum Einsatz

Damit die neue Grube richtig dicht wird, kamen sogar Taucher zum Einsatz, welche die Spundwand zum Ufer hin ordentlich abdichteten. Die bis zu anderthalb Meter dicke Betonsohle am Gewässerboden wurde zudem mit Gewindeankern gegen Aufschwemmen gesichert. Diese Betonsohle wird im Zuge der Sanierung zur Havelseite hin verlängert, sie schützt das Wehr bei der Polderflutung vor Auskolkung.

Ungewöhliches ist beim Bau der Spundwand auf der Elbseite des Wehres zu erkennen: Normalerweise steht hier die frei fließende Elbe weitaus höher als die Havel. Doch das trockene Jahr brachte es mit sich, dass jetzt der Wasserspiegel der angestauten Havel fast einen Meter höher ist. So muss die Spundwand für den Fall der Fälle nach beiden Seiten stabilisiert werden. Denn im Falle eines extremen Hochwassers würde die Spundwand überströmt und der Wasserstand wieder durch die Schütztafeln geregelt. Dazu wurde extra ein Havarieplan erarbeitet.

Vom Ponton aus gerammt

Die Spundwand wird von einem Schiffponton aus gerammt, nach der elbseitigen Wand folgt jene zur Havel hin. Vorher wird auch hier der Untergrund sondiert. Im Frühjahr soll die Baugrube dann ausgepumpt werden.

Die im Zuge der Sanierung neu errichtete Brücke bleibt bis auf wenige Ausnahmen offen, wenn, dann wird sie tageweise gesperrt. Die Anwohner werden zuvor natürlich informiert. In Neuwerben wurde übrigens auch gebaut, hier wurde der Elbdeich durch einen wasserseitigen Wall neben der Straße erhöht. Ähnliches ist in Sandau geplant.

Wegen dieser Baustellen ist der hier entlangführende Elberadweg auch weiterhin gesperrt, die Umleitung führt über Havelberg und Nitzow. Denn laut Planung wird noch bis Mitte 2020 am Neuwerbener Wehr gebaut. Sind die Arbeiten dieses Abschnittes beendet, folgen noch die Antriebe und die Elektrik. Die Antriebstechnik im Turm ist so alt wie die Wehrgruppe – diese wurde 1954 fertiggestellt. Zuletzt erfolgen die Ausgleichsmaßnahmen für den Naturschutz – es wird hier aufgeforstet.