Havelberg (wma) l Im Evange­lischen Seniorenzentrum Havelberg hat Philomene Stolz  ihren 90. Geburtstag gefeiert. Seit 2008 ist die lebenslustige Seniorin in der Einrichtung in der Havelberger Semmelweisstraße und fühlt sich dort gut umsorgt.

Philomene Stolz erblickte in Oberwesel (Rheinland-Pfalz) das Licht der Welt. „Mein Vater war dort am Rhein Verwalter auf einem Weingut, aber wir sind dann später ins Eichsfeld gezogen, wo ich auch eingeschult wurde“, blickte die Seniorin zurück. Leider hatte man schon im Alter von neun Monaten bei ihr die Kinderlähmung festgestellt und so musste Philomene Stolz mit diesem Handicap ihr ganzes Leben meistern.

Vom Eichsfeld verzog sie dann mit ihren Eltern weiter in das niedersächsische Hannoversch Münden und besuchte dort acht Jahre lang die Schule. Dann brach der Krieg aus, und in den Kriegswirren gelangte sie nach Mecklenburg, wo sie auch ihren Mann kennenlernte. Im Jahr 1950 wurde geheiratet, und zu diesem Zeitpunkt gehörten schon ihre beiden Töchter zur Familie.

„Wir waren inzwischen nach Warnemünde gezogen, aber mein Mann wollte auf einem Dorf leben und als Stellmacher arbeiten. Aus einer Zeitung hatte er erfahren, dass in Schönhausen ein Stellmacher gesucht wird und so kamen wir hier in diese Region“, erzählte das Geburtstagskind. In der LPG Schönhausen arbeitete ihr Mann dann als Stellmacher.

Schwere Schicksalsschläge

Leider verstarb der Ehemann von Philomene Stolz sehr früh, und auch eine ihrer Töchter verstarb bedauerlicherweise bereits im Alter von 24 Jahren. „Ich bin damals sehr schwer darüber hinweggekommen, konnte diesen Schicksalsschlag kaum verkraften und war dann viel bei meinen Eltern in Hohengöhren“, erinnerte sie sich an eine nicht so schöne Zeit.

Früher war die Handarbeit das große Hobby von Philomene Stolz, aber jetzt wollen die Augen nicht mehr so richtig mitmachen. „Ich habe mich an meinem 90. Geburtstag besonders über den Besuch von Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski gefreut und ebenso über die vielen anderen Gratulanten. Und besonders natürlich über meine Tochter Doris – die mich oft besucht und umsorgt – sowie über die drei Enkel und vier Urenkelkinder, die ich alle in mein Herz geschlossen habe“, strahlte eine glückliche Jubilarin.