Jubiläum

König Otto gründete das Bistum Havelberg vor 1075 Jahren

Die Kirchengemeinde der Hansestadt lädt anlässlich des 1075. Gründungstages des Bistums Havelberg am Sonntag, 9. Mai, zum Gottesdienst in den Dom ein.

Von Brigitte Strugalla-Voltz
Im Dom  zu Havelberg findet am 9. Mai ein Gottesdienst im Gedenken an die Gründung des Bistums vor 1075 Jahren statt.
Im Dom zu Havelberg findet am 9. Mai ein Gottesdienst im Gedenken an die Gründung des Bistums vor 1075 Jahren statt. Foto: Archiv Andrea Schröder

Havelberg

Der Brandenburger Domarchivar Dr. Uwe Czubatynski hat den Text der Gründungsurkunde für das Bistum Havelberg mit modernen Mitteln geprüft und den Beweis erbracht, dass es am 9. Mai 946, und damit zwei Jahre vor dem Bistum in Brandenburg, gegründet wurde. Deshalb, und weil der 9. Mai als Gründungstag in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, hat der Gemeindekirchenrat beschlossen, zu einem Gedenkgottesdienst in den Dom einzuladen.

Mit dieser Prüfung ist der leidige und für Havelberg wirklich nicht zielführende Streit um die Echtheit der Havelberger Gründungsurkunde zumindest zunächst beiseite gerückt. Das kann man nur begrüßen. Wenn wir sie nämlich als spätere gezielte Fälschung ansehen, dann bleibt uns statt einer historischen Besonderheit letztlich gar kein Gründungsnachweis, denn die Quellen schweigen bis in die 60-er Jahre, 948 ist eine unbewiesene Hypothese, und die einzig valide Angabe wäre dann: „Mitte des 10. Jahrhunderts.“

Etwas Neues begann

Dabei gibt es wirklich keinen Grund, das Licht unter den Scheffel zu stellen. In Havelberg geschieht 946 etwas entscheidend Neues für das Reich, ja für Mitteleuropa. König Otto, der in Karl dem Großen sein leuchtendes Vorbild sah, hat sicher von Anfang an geplant, die von seinem Vater Heinrich eroberten slawischen Gebiete mit Hilfe des Christentums so erfolgreich zu befrieden, wie es der fränkische Kaiser mit Ottos eigenem Volk, den Sachsen, getan hatte. Dass es 946 mit der Gründung des Bistums Havelberg zu einem ersten Schritt kam, mag mit dem Tod der Königin Edtiha im Januar jenes Jahres zusammenhängen. Frömmigkeit und Politik war im Mittelalter ja kein Gegensatz.

Superintendentin und Dekan sind zu Gast

In Erinnerung an die damalige konfessionelle Einheit gestalten Eva-Maria Menard, die Superintendentin des evangelischen Kichenkreises Prignitz, und Bertram Pricelius, der zuständige katholische Dekan, den Gottesdienst gemeinsam. Der Dom ist sehr groß und coronagerecht ausgestattet, Besucher sind am Sonntag zu 14 Uhr willkommen. Der feierliche Abschluss wird bei schönem Wetter vor dem monumentalen Westbau stattfinden.