Vehlgast l Bereits zum dritten Mal ist die Plattdeutsche Singegruppe des Heimatvereins Havelberg der Einladung zum Konzert in der Vehlgaster Kirche gefolgt, freute sich Pfarrer Henning Utpatel von der Kirchengemeinde Breddin-Vehlgast, der die Akteure und die Besucher herzlich begrüßte. Unter der musikalischen Leitung von Eckehard Glasow marschierten die Chorfrauen mit dem Lied „La, Lu, La“ in das kleine Gotteshaus ein. Heide Schumann, die an diesem Tag durch das Programm führte, machte die Anwesenden mit dem Programm vertraut, das mit nieder- und hochdeutschen Liedern sowie mit poetischen Texten rund um das Thema „Spinnen und Weben“ sowie der „Liebe“ gefüllt war.

„Wir haben zu unserem heutigen Auftritt auch eine lebende Dekoration mitgebracht“, scherzte die Havelbergerin und meinte damit Caren Pfundt aus Wulkau, die mit ihrem Spinnrad dabei war. Im Programm handelten darum auch fünf Lieder von dieser alten Handwerkskunst.

Besucher singen und summen mit

Auch wenn nicht alle Konzertbesucher die alte Mundartsprache verstanden, geschweige sprechen können, so sangen und summten sie einige Lieder mit und stimmten tatkräftig in den Gesang mit ein, zum Beispiel beim Lied „Hüt is ein wunderschöner Duag“. Zum Repertoire des Chores des Heimatvereins gehört auch das bekannte Volkslied „Dat du min Leevste büst“, welches von Christina Blume als Solistin gesungen wurde. Liedermacher Hannes Wader hatte es 1974 mit seinen plattdeutschen Liedern veröffentlicht und es ist seither eng mit dem Sänger verbunden.

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Ebenfalls einen Solobeitrag auf dem Klavier gab Eckehard Glasow, der ein Stück von Wolfgang Amadeus Mozart vortrug. Mit einem fröhlichen Sommerlied verabschiedete sich der Chor – nicht für immer, sondern nur für diesen Tag, wie die Chormitglieder versicherten. Dies wünscht sich auch Pfarrer Utpatel, der die Besucher sogleich zum letzten Konzert in diesem Jahr in die Vehlgaster Kirche einlud. Am 8. September wird der Magdeburger Dobrin Stanislawow die Besucher mit Panflöte, Didgeridoo und Obertongesang unterhalten. Das Konzert lebt vor allem von Improvisationen und ist daher einmalig.

Über 1000 Euro für Glockenturm

Die Spenden der Wassermusiken – in diesem Jahr sind bislang über 1000 Euro gesammelt worden – werden für die Sanierung des Glockenturms mitverwendet. In den nächsten Tagen wird abermals ein Förderantrag für diese notwendige Sanierung auf Reisen geben, kündigte der Pfarrer an. Der diesjährige Antrag wurde leider nicht berücksichtigt. Der Konzertnachmittag klang mit einer großen Kaffeetafel aus. Über zwölf leckere selbstgebackene Kuchen fanden schnell Abnehmer.

Der Innenraum der Kirche war im vergangenen Jahr umfangreich restauriert worden. Die Einweihung des Gotteshauses wurde im Oktober zusammen mit dem 150. Geburtstag der Kirche gefeiert.