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DacherneuerungKreis Stendal: Wie geht es mit dem Bau am Klosterdach beim Dom in Havelberg weiter?

Dom und Klosteranlage in Havelberg gehören zur Kulturstiftung Sachsen-Anhalt. Die Dacherneuerung am Südflügel wird im kommenden Jahr nach dem Frostende fortgesetzt.

Von Max Tietze Aktualisiert: 05.12.2023, 19:53
Ein Teil der Dächer an Dom und Kloster in Havelberg wurde schon erneuert, der Südflügel ist jetzt Baustelle.
Ein Teil der Dächer an Dom und Kloster in Havelberg wurde schon erneuert, der Südflügel ist jetzt Baustelle. Foto: Max Tietze

Havelberg. - Dem Dom St. Marien zu Havelberg auf das Dach steigen, das kann nicht jeder. Die Firma, die seit dem Frühjahr am Dach an der Südseite der Klosteranlage im Auftrag der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt arbeitet, hat schon bewiesen, dass sie das beherrscht. Sie hatte bereits das Dach am großen Kirchenschiff in Havelberg im Kreis Stendal erneuert. In diesem Jahr war auch aus der Ferne sichtbar, dass an einem Teil der Dachfläche im Südbereich gebaut wird.

Das geschah fast reibungslos, Dom und Klosteranlage waren trotzdem für Besucher zugänglich. Die Dachdecker haben jetzt durch Schnee und Eis Winterpause. Im kommenden Jahr, sobald die Witterung es zulässt, geht es nach den Worten der Kulturstiftung weiter. Mit der Errichtung des Südteils der Klosteranlage mit dem früheren Sommer- und Winterrefektorium (Speisesaal im Kloster) und der Dienstwohnung des Bischofs im Obergeschoss wurde im 13. Jahrhundert begonnen. Jetzt sind hier der viel genutzte Paradiessaal der Gemeinde und oben die Abteilung Stadtgeschichte vom Prignitz-Museum zu finden.

Das Bauwerk hat im Lauf der Jahrhunderte schon einige Umbauten erfahren. Nun ist einmal mehr das Dach an der Reihe. Was wurde in diesem Jahr am Südflügel gemacht?

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Mehr Schäden als erwartet

Dazu informiert Ralf Lindemann, Direktor für Bau und Liegenschaften bei der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, dass im ersten Abschnitt die alte Dachabdeckung entfernt wurde. Wer von der Stadtinsel aus hoch zur Klosteranlage schaut, sieht den Bereich, der mit Planen abgedeckt wurde. Dazu kommt ein ähnlich großer Bereich innen, den man vom Klosterhof sieht. Damit ist der Schutz vor Regen und Schnee bis zur Neueindeckung mit Dachziegeln gegeben. Auch Zimmererarbeiten sind erfolgt. Ralf Lindemann berichtet: „Da die Schäden insgesamt größer sind als erwartet, liegen wir im Zeitplan zurück. Dabei geht es vor allem um den Bereich zwischen Ost- und Südflügel. Zudem sind für das Mauerwerk im Giebel am Südflügel zusätzliche Sicherungsarbeiten nötig, das kann aber erst erledigt werden, wenn kein Frost ist.“ Bauarbeiten sind immer eine Gelegenheit, wo das Alter der Klosteranlage sichtbar wird. Dazu sagt Ralf Lindemann: „Der Dachstuhl konnte jetzt auf 1434 datiert werden und ist damit 40 Jahre jünger als angenommen. Im Dachstuhl sind Hölzer einer alten Winde in Zweitverwendung verbaut. Die Hölzer müssen also noch älter als 1434 sein. Das genaue Alter wird noch ermittelt.“

Ansicht vom Klosterhof am Dom in Havelberg auf das Dach.
Ansicht vom Klosterhof am Dom in Havelberg auf das Dach.
Foto: Max Tietze

Winterende wäre gut

Die in diesem Jahr bearbeitete Dachfläche ist rund 430 Quadratmeter groß, das ist kein ganzes Fußballfeld, aber immerhin gut ein Sechzehntel. Bisher wurden nach Angaben der Kulturstiftung zirka 170.000 Euro ausgegeben. Jetzt wurde die Baustelle winterfest gemacht. Sobald die Temperaturen wieder so sind, dass gebaut werden kann, soll es weitergehen. Das könnte nach Meinung der Baufachleute schon im Januar passieren. Havelberger und Gäste sind froh, dass das Bauwerk erhalten wird.