Film über die Prämonstratenser

Mönche streifen durch den Nebel

Von Anke Schleusner-Reinfeldt
Die Traumszene. Drei Mönche kommen im nebeligen Wald auf Kamerafrau Lisa Buchholz zu. Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt

Schönhausen/Jerichow. Mystische Szenen im Wald am Schönhauser Ortsrand: Drei Mönche in weißen Kutten streifen durch den Wald, tauchen aus dem Nebel auf, umzingeln die Kamerafrau, einer greift auf die Linse. „Schnitt!“ Szene im Kasten. Nächste Einstellung: Mönch Norbert von Xanten, Wanderprediger und später auch heilig gesprochen, sitzt grübelnd auf einem Baumstumpf, liest in der Bibel, blickt in die Ferne. Er denkt an ein Kloster für den von ihm gegründeten Orden der Prämonstratenser. So ein Kloster wird später auch in Jerichow erbaut. „Schnitt!“ Auch diese Szene ist abgedreht. Für die nächste Einstellung steigt die Drohne in die Luft. Regisseurin Lisa Buchholz aus Schönhausen, Studentin für Kommunikationsdesign im sechsten Semester an der Hochschule Hannover, spricht mit ihrem Vater Jörg Kluge ab, wie sie sich die Aufnahme wünscht.

Auftrag im Jahr der Prämonstratenser

Mediengestalter Jörg Kluge hat vom Kloster den Auftrag für den Film erhalten. Anlass ist das Jahr der Prämonstratenser, die 1121 – also vor genau 900 Jahren – offiziell päpstliche Anerkennung des Ordens erhielten und sich wenig später auch in Jerichow ansiedelten. Die Unterstützung durch seine Tochter kommt ihm dabei sehr gelegen. Vier Drehtage haben sie für den 20-minütigen Film geplant.

Der Heilige Norbert, unter dessen Kutte Laiendarsteller und ehrenamtlicher Kloster-Mitarbeiter Thomas Pelloth steckt, hatte den Orden gegründet. Wie die Prämonstratenser nach Jerichow gekommen waren, ist bereits abgedreht. Nun ging es in einem

Laiendarsteller und Freunde helfen

Waldstück nahe des Bauerndammes bei Schönhausen unter anderem darum: Nachdem Norbert eine alte Ruine im Wald gefunden hatte, träumt er von diesem Bauwerk und dass drei weiß gekleidete Mönche auf ihn zukommen. An diesem Ort, Jerichow, gründet er also eine Niederlassung des Prämonstratenser-Ordens. Um die Traum-Szene zu verdeutlichen, steigt Nebel aus dem Wald auf. Norbert ist auch als Reiter zu sehen, war er doch viel als Wanderprediger unterwegs. Bei der Reiterszene hilft eine Freundin von Lisa Buchholz, Sophia Wagener, mit ihrem Pferd aus. In die Rolle des Dieners, der das Pferd leitet, schlüpft der Schönhauser Marven Jürgens, der nach dem Abitur gerade eine Freiwilliges Soziales Jahr im Kloster leistet.

Lisa Buchholz bedankt sich bei den Darstellern, zu denen die drei Mönche Winfried Biermann, Renè Senger und Daniel Schünicke gehören, sowie beim Redekiner Amateurtheater. Und auch bei den Wald- und Feldbesitzern und den Jagdpächtern, die zuvor um Erlaubnis für das Drehen im Wald gebeten worden waren.

Fördermittel vom Land

Nun geht es an das Zusammenschneiden und Vertonen der Szenen des zweiten Drehtages. Die nächsten Bilder entstehen wieder im Kloster.

Ab Herbst können Besucher der neuen Ausstellung des Kloster-Museums, die durch Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt ermöglicht wird, dann anschaulich sehen, wie das einst war vor 900 Jahren.

Bruder Norbert von Xanten (Thomas Pelloth) sitzt in der Bibel lesend auf einem Baumstumpf.
Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt
Jörg Kluge lässt Nebel im Wald aufsteigen.
Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt
Vorbereitung der Reiterszene. Sophia Wagener wartet mit ihrem Pferd auf den Einsatz.
Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt