Fischbeck/Schönhausen l „Die Fläche hier ist schon für die Aufforstung im Frühjahr vorbereitet.“ Roland Eckert zeigt dem 13-jährigen Kabelitzer eine von zahlreichen Kleinstflächen, die nach der Flut neu aufgeforstet werden müssen. Sie befindet sich auf dem Territorium, das nach dem Brand im Sommer 2002 durch Aufforstung und Naturverjüngung inzwischen wieder zu einem gesunden Wald herangewachsen war. Doch die Birken, die sich selbst ausgesät hatten, vertrugen im Juni 2013 das lange Stehen im Wasser nicht und sind abgestorben.

Weil es sich einst um einen Kiefernwald gehandelt hat, sehen die Förderbestimmungen des Landes für die Schadensbehebung nach der Flut auch die Aufforstung mit Kiefern vor. 80 Prozent der Kosten werden gefördert, 20 Prozent muss der Eigentümer selbst aufbringen. „Die meisten Waldbesitzer, die von der Flut betroffen sind, werden als Mitglieder von der Forstbetriebsgemeinschaft betreut“, berichtet Roland Eckert, der für die Wälder zwischen Sydow und Scharlibbe zuständig ist. Ein paar Stücke bereiten ihm allerdings Sorge, weil sich die Eigentümer nicht darum kümmern und sie dementsprechend aussehen. „Laut Waldgesetz muss sich jeder um einen ordentlichen Zustand kümmern – Eigentum verpflichtet nun mal, in diesem Fall, sich um einen Wald zu kümmern, der ordentlich und gesund wächst. Mit geschwächten, toten Bäumen sind Wälder anfällig für Schädlinge“, rechnet der Förster auch mit möglichen Konsequenzen. Wer also diesbezüglich Sorgen hat, kann sich an ihn oder die Forstbetriebsgemeinschaft wenden.

In seinem Bereich sind inzwischen 80 Prozent der betroffenen Flutflächen wieder aufgeforstet worden. Der Rest folgt dann gleich im Frühling. Die Eile war nötig, weil die Behebung der Schäden bis Juni abgeschlossen werden muss.

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Für Jannes Kropa ist diese Schadensbeseitigung sehr interessant, stand doch auch sein Wohnort im Sommer 2013 im Wasser. Das Praktikum bereitet ihm viel Freude. Jeden Dienstag im ersten Halbjahr der 8. Klasse verbringen die Schüler der Tangermünder Sekundarschule in Betrieben. Jannes hegt schon lange den Wunsch, Förster zu werden – die jetzt gewonnenen Eindrücke bestärken ihn darin. Auch wenn er sieht, dass zu diesem Beruf viel Schreibtischarbeit gehört. Roland Eckert ist voll des Lobes: „Jannes ist sehr wissbegierig und höflich. Es macht Spaß, ihm diesen Einblick in das Berufsleben zu gewähren.“ Nach der Schule kann sich Jannes sehr gut vorstellen, zunächst erst einmal eine Ausbildung zum Forstwirt zu machen. Holzeinschlag mit Harvester und Rücker, Aufforstung, Auszeichnen zu fällender Bäume, Schädlingskontrolle – von all diesen Dingen hat der 13-Jährige sich inzwischen ein gutes Bild gemacht.