Schwiesau l Das Interesse der Schwiesauer war groß am Mittwochabend. Dicht gedrängt saßen sie im Dorfgemeinschaftshaus, um den weiteren Verlauf des Bodenordnungsverfahrens zu erfahren und einen Vorstand zu wählen. „Wir brauchen den Vorstand, um handlungsfähig zu sein“, argumentierte Wilfried Schröder vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF).

Ziel des Verfahrens ist es,die zersplittert liegenden land- und forstwirtschaftlichen Flächen privater Eigentümer neu zu ordnen und zusammenzulegen. Damit wird die oft eingeschränkte Nutzung oder Verwertung der Grundstücke ermöglicht. So sollen die strukturellen Verhältnisse als wesentliche Basis verbessert werden, um der Landwirtschaft eine positive Entwicklung zu ermöglichen. Zudem sollen für das zum Teil ausgedünnte Wegenetz und die eingeschränkte Zugänglichkeit zu den Flurstücken geordnete rechtliche Verhältnisse geschaffen werden, beispielsweise an Wegen und Gewässern. Besonders wichtig für Schwiesau: Mit dem Verfahren sollen auch Maßnahmen umgesetzt werden, die Bodenerosion, überflutete Grundstücke und anderes bei Starkregen verhindern oder mindern. Ebenso können Grundstücksgrenzen reguliert und der Realität angepasst werden.

50 bis 85 Euro je Hektar

Derzeit umfasst das einbezogene Gebiet 1306 Hektar. Das kann sich aber noch ändern, wenn Teile herausgelöst werden oder hinzukommen. Was die Schwiesauer sehr interessierte, waren die Kosten des Verfahrens und was auf sie dabei zukommt. Wilfried Schröder erläuterte, dass die Kosten für Vermessung und Ausbau derzeit zu 90 Prozent von Land und Bund gefördert werden. Der Anteil der Teilnehmer am Verfahren betrage zehn Prozent, maximal 250 Euro je Hektar. Die Stadt Klötze sagte zu, von diesen zehn Prozent noch 66 Prozent zu übernehmen, was in dem Beispiel von Wilfried Schröder rund 216 000 Euro wären. Der Rest von 110 000 Euro entfiele auf die Teilnehmer. Da die konkreten Maßnahmen aber noch nicht feststehen, geht Schröder von 50 bis 85 Euro pro Hektar aus.

Die Schwiesauer fragten zudem nach der Haftbarkeit des Vorstands und der Möglichkeit, Mitglieder auszutauschen, wenn sie das Vertrauen der Verfahrensteilnehmer verloren haben. „Der Vorsitzende haftet zwar für seine Entscheidungen, er wird aber von Profis beraten und kontrolliert“, antwortete Schröder. Stimmt ein Drittel der Teilnehmer zu, muss eine Versammlung einberufen werden. Dabei kann dann auch ein Vorstandsmitglied neu gewählt werden.

Fünf Mitglieder und fünf Stellvertreter sollte der Vorstand für Schwiesau laut einem bestimmten Schlüssel haben. Nach der geheimen Wahl und Konstituierung stand fest: Jürgen Beneke übernimmt den Vorsitz. Ein Vertreter der Stadt ist nicht im Vorstand.