Kunrau l Schnell hatten die Kinder die Ankunft des Weihnachtsmannes bemerkt und kamen zu ihm gelaufen. Zu übersehen war er in seinem roten Mantel und seinem Schlitten, der von einem echten Rentier gezogen wurde, auch nicht. Wer von den Mädchen und Jungen ein Gedicht aufsagen konnte, bekam Gummibärchen, Lutscher und Mandarinen aus dem Sack des Weihnachtsmannes. Sicher, für die Jüngeren war der Besuch des Bärtigen wohl ein Höhepunkt während des Weihnachtsmarktes am und im Kunrauer Schloss. Zu diesem hatte am Sonnabendnachmittag der Fremdenverkehrsverein Jeetze-Ohre-Drömling eingeladen. Es war bereits die 19. Ausgabe des Marktes.

Auf die Beine gestellt hat das fünfköpfige Vorbereitungsteam des Vereins wieder ein Fest für Jung und Alt. Konnten die Mädchen und Jungen am Nachmittag ein spannendes Abenteuer mit einem Indianerjungen beim Puppentheater erleben, konnten sich die Erwachsenen hinter dem Schloss unter freiem Himmel Kaffee und Kuchen schmecken lassen. Für die musikalische Begleitung sorgte dabei der Männerchor Jahrstedt-Germenau. Mit Titeln wie „Alle Jahre wieder“ und „Stille Nacht“ sorgten die Sänger für weihnachtliche Stimmung. Drinnen waren sieben Verkaufsstände aufgebaut: Neben Keramik-Igeln und Adventskränzen gab es auch Selbstgestricktes. So hatte Marion Röhrs ihre Nadeln mitgebracht und strickte ein Jäckchen. Mit dabei hatte sie in ihrem Koffer schon fertige Handschuhe, Mützen und Strümpfe. Die leidenschaftliche Strickerin habe kürzlich Alpaka-Wolle für sich entdeckt. „Am liebsten möchte ich mit nichts anderem mehr stricken“, schwärmt Marion Röhrs für die sehr weiche Wolle, aus der sie schon einige Anziehsachen für Kinder gemacht hat. Allerdings ist die Wolle nicht ganz günstig: 100 Gramm kosten um die zwölf Euro.

Markt könnte wachsen

Andere Händler kamen aus Klötze, Wustrow und Seehausen. Zwei Stände sind allerdings leer geblieben, weil die Händler abgesagt hatten, berichtete Uwe Bock, stellvertretender Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins und Ortsbürgermeister von Kunrau. Neu sei hingegen in diesem Jahr der Weihnachtsbaumverkauf hinter dem Schloss gewesen. Zum ersten Mal zeigte ebenfalls der Melliner Niels Bruhm, wie er mit seiner Kettensäge zwei Eulen aus einem Stamm schnitzte. „Der Markt ist klein aber fein“, sagte Uwe Bock. Im Vordergrund solle das ländliche Brauchtum stehen, außerdem sollen die Kunrauer Gelegenheit bekommen, sich mal wieder zu treffen. Mit größeren Weihnachtsmärkten will sich die Kunrauer Ausgabe nicht messen, sagte Bock. Weiteres Wachstumspotenzial sehe er aber dennoch für die Zukunft. „Wir hoffen darauf, noch ein wenig größer zu werden. Das hängt aber auch von den Händlern ab“, so Bock. Gewachsen sei in diesem Jahr schon die Besucherzahl, die Bock auf rund 400 schätzte. Das wäre eine leichte Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren, so Bock.

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