Berlin/Klötze l Das Pferdesportjahr 2015 ist für Gespannfahrer Heino Gerich aus Klötze denkbar gut zu Ende gegangen – mit dem Gesamtsieg des „Hippologica-Masters-Fahren“ in Berlin. Die Hippologica ist ein Mix aus Sport, Show und Messe und das größte Pferdesportevent in der Bundeshauptstadt. 22 000 Besucher wurden in diesem Jahr gezählt.

Für das größte Hallenturnier Berlins waren neben Dressur-, Spring- und Voltigierprüfungen auch Kombinierte Hindernisfahren der Klasse M für Zweispänner ausgeschrieben worden. Die zu meisternden Fahrtstrecken bestanden aus üblichen Kegel- und dann aus festen, geländeähnlichen Hindernissen.

Schon im ersten von insgesamt vier Umläufen (zwei am Sonnabend und zwei am Sonntag) zeigte Gerich, der von Beifahrer Alexander Pennigsdorf unterstützt wurde, dass er Anspruch auf einen vorderen Platz anmeldet. Er brachte seine beiden Schimmel, den zwölfjährigen Leon und den achtjährigen Lucky Day, flott und sicher durch den Parcours.

Allerdings fiel auch ein Ball von einem Kegel. Konsequenz: fünf Strafsekunden aufs Konto. Das gleiche Malheur passierte dann auch im zweiten Umlauf. Mit insgesamt zehn Strafsekunden kam der Klötzer mit 173,43 Sekunden aber immer noch auf den achtbaren dritten Platz hinter Fritz Schwerdtfeger (Groß Quenstedt/165.21) und Sandro Koalick (Raakow/169.79).

Pferde haben jetzt Pause

Am Sonntag legte Gerich dann eine Schippe drauf, lenkte sein Gespann noch souveräner als am Vortag, blieb zweimal fehler- und damit strafsekundenfrei und war als einziger Starter beide Male unter 80 Sekunden geblieben. Mit 158,19 Sekunden hatte er dann nicht nur den Einzelsieg des zweiten Turniertages (vor Koalick (164,91) und Schwerdtfeger (171,67) in der Tasche. Durch sein extrem hohes Tempo konnte er die Strafsekunden vom Vortag wieder wettmachen und stand mit insgesamt 331,62 Sekunden vor Koalick (334,70) und Schwerdt­feger (336,88) ganz oben auf dem Treppchen.

„Natürlich freue ich mich darüber, besonders über die Pferde“, sagt der 41-jährige Gespannfahrer. „Leon und Lucky haben toll mitgekämpft, da hat es richtig Spaß gemacht.“

Die Vorbereitungen auf das Turnier waren indes nicht ganz einfach. Da es abends früh dunkel ist, übernahm Heinos Vater Gerhard Gerich das Konditionstraining. Er hat die Pferde, die eigentlich schon „Winterurlaub“ hatten, in der Woche gefahren „und ich dann an den Wochenenden“, erzählt Heino Gerich, der alltags die Brötchen für seine Familie und den Hafer für die Pferde als Hufbeschlagsschmied verdient und oft erst mit Einbruch der Dunkelheit auf dem heimischen Schimmelhof ankommt.

Jetzt haben die Pferde wieder Winterpause, im Frühjahr 2016 werde dann mit dem Training für die neue Pferdesportsaison begonnen.