Klötze l Eine Stunde – so lange soll es dauern, bis die neue Sanduhr, die Michael Nolte am Sonntagvormittag geschenkt bekam, einmal durchgelaufen ist. Will man der Zeit beim Verrinnen zusehen, ist Geduld gefragt. Überreicht bekam er den ungewöhnlichen Zeitmesser von Matthias Heinrich, Superintendent im Kirchenkreis Salzwedel, in der Klötzer Sankt Ägidiuskirche. Dort wurde Michael Nolte als neuer Pfarrer in sein Amt eingeführt. Neu ist sein Gesicht für die evangelischen Christen im Pfarrbereich Klötze aber nicht. Immerhin war Nolte bereits im vergangenen Jahr mit der Vertretung der Pfarrstelle beauftragt worden. Nun ist daraus etwas Dauerhaftes geworden.

Familie mitgebracht

Nach diesem Jahr kenne Michael Nolte schon viele Wege im Pfarrbereich. Auch hätte er schon Menschen besucht, sagte Matthias Heinrich während des Gottesdienstes. Er habe bereits Predigten und Andachten gehalten, Kuchen gebacken und Geschenkhefte erstellt, zählte der Superintendent weiter auf. Auch die Familie des Pfarrers sei mitgekommen, nur leider sei das Pfarrhaus in Klötze derzeit nicht bewohnbar. In absehbarer Zeit werde sich das auch nicht ändern, sagte Heinrich. Unterm Strich lässt sich also sagen, dass Nolte in der Region angekommen ist.

Doch Heinrich wusste noch mehr über den Neuen zu erzählen. Wenn man dem Pfarrer begegne, bekomme man schnell den Eindruck, „dass er gleich zehn Sachen auf einmal erledigen könnte“, fuhr er mit seiner Vorstellung des neuen Pfarrers fort. Wenn Michael Nolte etwas zusage, dann sei es manchmal so schnell erledigt, dass der Superintendent gar nicht dazu komme, erst noch einen Eintrag im Kalender zu machen. Der Pfarrer würde mit seinem Fahrrad in einer Geschwindigkeit arbeiten, die andere mit einem 150 PS starken Auto oder schnellem Breitband-Internet nicht erreichen würden, fand Matthias Heinrich lobende Worte.

Nicht immer einer Meinung

Die Wünsche des Superintendenten an den Pfarrer gingen allerdings in die entgegengesetzte Richtung. Er wünschte ihm Geduld, „wenn wir alle nicht so schnell sind.“ Aber auch Geduld mit den ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern der Kirche wünschte er Nolte. Ebenso Geduld, wenn eine Aufgabe nach einigen Anläufen mal nicht gelöst wird. Und auch „Geduld mit sich selbst“. Als symbolisches Geschenk überreichte Matthias Heinrich deshalb die Sanduhr an Michael Nolte.

„In verschiedenen Punkten sind wir nicht immer einer Meinung“, sagte Heinrich und ergänzte: „Das müssen wir auch nicht sein.“ Schließlich sei der Glaube die Verbindung. Dann nahm der Superintendent die Einsegnung bei Michael Nolte vor. Laut Urkunde, die verlesen wurde, erfolgte die Übertragung der Gemeindepfarrstelle zum 1. Januar 2019.

Im Anschluss sprach der Pfarrer, passend zum Dreikönigstag, über die heiligen drei Könige, die in den Krippenspielen zur Weihnachtszeit häufig keine Hauptrollen spielten. Das wollte er nun nachholen. Drei Geschichten erzählte er den Gottesdienst-Besuchern. In einer unterhaltsamen Erzählung bekam einer der Weisen nach seiner Rückkehr Ärger mit seiner Frau, weil er dem Stern gefolgt war und das letzte Geld mitgenommen hatte.