Kunrau l Die Einheimischen trauten ihren Augen nicht, als sie die beiden Berge mit Bauschutt an zwei Moorgräben im Landschaftsschutzgebiet des Biosphärenreservates Drömling vor den Toren Kunraus entdeckten. Sie handelten sofort und meldeten den Vorfall beim städtischen Ordnungsamt sowie bei der Biosphärenreservats-Verwaltung Drömling in Oebisfelde.

Die zuständigen Mitarbeiter der Oebisfelder Behörde erstatteten nach einem Vor-Ort-Termin bei de Umweltamt des Altmarkkreises Salzwedel eine Anzeige wegen illegaler Bauschuttentsorgung in einem Landschaftsschutzgebiet. Das bestätigte der Leiter des Biosphärenreservats-Drömling, Fred Braumann.

Er kann diese Art von Verkippung in keinster Weise nachvollziehen. Wie er weiter sagte, ist es nach seinen Informationen auch nicht das erste Mal, dass der Kunrauer illegal Bauschutt oder andere Materialien in der Landschaft entsorgte. Das bestätigten auch Einwohner bei einem Vor-Ort-Termin mit der Volksstimme auf einer Wiese mit zahlreichen Moorgräben in der Nähe Kunraus. „Es ist nicht das erste Mal, dass er eine solche Aktion macht. Er ist dafür schon im Dorf bekannt“, sagten einige Kunrauer deshalb auch übereinstimmend.

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Verursacher muss den Müll entsorgen

Von der Biosphärenreservats-Verwaltung erhielt der Kunrauer die Auflage, den Bauschutt so schnell wie nur möglich wieder zu entsorgen. Doch bis zum Dienstag (7. April) lagen die kaputten Steine und die Betonreste noch an beiden Moorgräben auf der Kunrauer Wiese. Dazu hatte der Verursacher noch mehrere Tonnen Muttererde abgekippt, womit er den Bauschutt abdecken wollte.

Wie Fred Braumann weiter sagte, muss der Verursacher den Bauschutt auf jeden Fall wieder entsorgen. Zudem erwartet ihn eine Anzeige und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Und das kann richtig teuer werden. „Eine Geldstrafe im fünfstelligen Bereich ist nicht unrealistisch“, meinte der Leiter des Biosphärenreservates Drömling zur wilden Entsorgung des Kunrauers.

Nach Informationen der Einwohner wollte der Mann mit dem Bauschutt und der bereits abgekippten Muttererde einen Übergang am Ende der zwei Moorgräben bauen, damit Landwirte beim Rasenmähen auf der Wiese besser um die Kurven kommen. „Das wäre alles kein Problem gewesen, wenn der Kunrauer einen offiziellen schriftlichen Antrag bei uns in der Verwaltung gestellt hätte, damit er die beiden Enden der Moorgräben etwas verkürzen kann. Doch das hat der Mann nicht getan und muss jetzt mit den notwendigen Konseqenzen rechnen“, stellte Fred Braumann klar.

Umweltamt hat den Fall übernommen

Das Umweltamt des Altmarkkreises hat den Fall nun übernommen. Die zuständigen Mitarbeiter haben bereits den Kontakt zur Biosphärenreservats-Verwaltung Drömling in Oebisfelde gesucht, um den Vorfall gemeinsam zu bearbeiten. Aber auch um das Strafmaß für den Kunrauer mit dem Ordnungsamt des Altmarkkreises festzulegen. Denn illegale Bauschuttentsorgung in einem Landschaftschutzgebiet ist eine Straftat.