Kaum Chancen

Ferienjobs für Schüler sind in der Region um Klötze und Beetzendorf Mangelware

Ein paar Stunden lang täglich in den Ferien arbeiten gehen und so das Taschengeld aufbessern – viele kennen das noch aus ihrer Jugend. Doch gibt es sie überhaupt noch, die Jobs für Schüler? Die Volksstimme fragte nach.

Von Henning Lehmann und Gesine Biermann 20.07.2021, 05:00
Ferienjobs, zum Beispiel in der Gastronomie, gibt es kaum oder nur sehr wenige im Raum Klötze. Allerdings werden im verarbeitenden Gewerbe laufend Aushilfskräfte gesucht. Und das nicht nur in den Sommerferien.
Ferienjobs, zum Beispiel in der Gastronomie, gibt es kaum oder nur sehr wenige im Raum Klötze. Allerdings werden im verarbeitenden Gewerbe laufend Aushilfskräfte gesucht. Und das nicht nur in den Sommerferien. Foto: imago

Klötze - Endlich Ferien. Ab Donnerstag haben die Schüler und Gymnasiasten fast sechs Wochen Freizeit. Auch Zeit zum Geldverdienen für verschiedene Dinge. Ein Ferienjob wäre da eine tolle Möglichkeit: Ein, zwei Wochen arbeiten, dann bleibt noch genügend Zeit zum Erholen, und die Kasse stimmt auch wieder.

Was in Großstädten mit umfangreichen gastronomischen Einrichtungen oder mit der Möglichkeit, Flyer zu verteilen, noch angeboten wird, ist in kleinen Städten wie Klötze schon schwieriger. Kaum ein Unternehmen bietet einen Job an, etwas Geld in den Sommerferien zu verdienen. Das liege vor allem an den gesetzlichen Vorgaben, erklärt dazu Oliver Papst vom Bewerbungsmanagement in der AZV-Altmark Zeitarbeit Vogel in Gardelegen. „Wir arbeiten vor allem mit Unternehmen zusammen, die Schichtarbeit haben“, und hier gebe es für unter 18-Jährige schon deutliche Einschränkungen. „17-Jährige dürfen zum Beispiel nur bis 22 Uhr arbeiten“, erläutert Papst.

Aushilfskräfte in der Produktion gesucht

Deutlich mehr Möglichkeiten gebe es für Schüler über 18 Jahre, zum Beispiel für Gymnasiasten. Sie könnten problemlos eingesetzt werden, weil sie versicherungs- und gesetzestechnisch frei von Beschränkungen sind, und würden so auch öfter vermittelt.

Im Raum Klötze bietet nach Volksstimme-Recherchen nur die Kuseyer Firma Meshpack Ferienarbeit an. Für diesen Sommer ist das Unternehmen allerdings schon ausgebucht. „Schüler und Gymnasiasten können sich jedoch auch zu anderen Ferienzeiten bei uns melden. Wir suchen immer für die Produktion Aushilfskräfte“, heißt es von der Geschäftsführung. Möglichkeiten zur Ferienarbeit im Bereich der Gastronomie gibt es im Bereich Klötze keine. Familie Zeitz in Immekath hat im August ihr Restaurant wegen Urlaubs geschlossen. Allerdings ergänzt Christel Zeitz, dass sich Interessenten für die Branche oder einen Nebenjob am Wochenende gerne im Gasthaus melden können.

Und in der Landwirtschaft? So mancher Altmärker über 50 kennt sie schließlich noch aus der eigenen Jugendzeit, die Jobs bei der Stroh- oder Kartoffelernte. Gerne würden auch die Klötzer Algenfarm sowie die Milcherzeugergenossenschaft Ferienjobs anbieten. Doch auf Grund der aktuellen Corona-Lage ist das in diesem Jahr nicht möglich. Aber Schüler können für das kommende Jahr schon mal Kontakt zu den beiden Firmen aufnehmen.

Beim Edeka-Markt Junghans in Klötze gibt es zwar Nachfragen von Jugendlichen, in den Ferien zu arbeiten. Allerdings nur ein bis zwei Wochen, wie eine Mitarbeiterin sagte. „Der bürokratische Aufwand ist zu groß. Da stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis“, merkte sie dazu an.

Ja, es gibt sie noch, die Chance auf einen Ferienjob, sagt Annegret Jacobs, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Altmarkkreis Salzwedel. Die Branche biete immer mal Möglichkeiten und auch viele leichte Arbeiten, wie das Pflegen von Siloplatten, Reinigen von Getreidehallen oder auch mal Malerarbeiten. Auch hier heißt es: Wer Interesse hat, solle einfach mal in einem Landwirtschaftsbetrieb nachfragen. Vor Ort fällt dann eine Entscheidung.