Klötze l Den 19. April 2019 wird Dieter Reek sicher nicht vergessen. An diesem Tag kam es auf dem Gelände seiner Firma an der Poppauer Straße in Klötze zu einem Großbrand. Es entstand ein Schaden in Millionenhöhe. Werkstatt und Lagerhalle gingen in Flammen auf, genauso wie ein Fertighaus, zwei Lastwagen, ein Transporter, ein Traktor, ein Radlader und zwei Gabelstapler. Reek steht buchstäblich vor den Trümmern seiner Existenz.

Als ihn die Volksstimme am Telefon erreicht, ist der 60-Jährige anfangs kaum zu verstehen. Doch im Laufe des kurzen Gespräches wird die Stimme etwas lauter. Es wirkt so, als ob die Niedergeschlagenheit allmählich dem Optimismus weicht. „Es ist schwierig, aber das Leben muss weitergehen“, sagt Reek. Er macht deutlich, dass der Betrieb fortgeführt werde und dass er für seine sieben Mitarbeiter kämpfen wolle. Aus der Asche solle etwas Neues entstehen. „Wir werden alles wieder aufbauen“, kündigt Reek an.

Fremdverschulden als Brandursache?

Bedanken möchte er sich bei all jenen, die ihm sofort mit Rat und Tat zur Seite standen. Reek lobt die Solidarität unter den Gewerbetreibenden. Beispielsweise habe er von einer benachbarten Firma nicht nur Platz zur Verfügung gestellt bekommen, sondern auch einen Container und zwei Fahrzeuge.

Bitter enttäuscht sei er hingegen von der Stadt Klötze. „Da zahlt man 26 Jahre lang Gewerbesteuer und sorgt für Arbeitsplätze und keiner hält es für nötig, sich mal bei mir zu melden“, klagt Reek. „Ich will keinen Blumenstrauß, aber man könnte ja wenigstens mal mit mir sprechen und Hilfe anbieten. Aber bisher kam gar nichts. Das ist schäbig, sehr schäbig“, schimpft Reek, der sich beim Wiederaufbau seines Unternehmens formelle Erleichterungen erhofft.

Indes bleibt die Brandursache weiterhin ungeklärt. Die Polizei hat noch keine neuen Erkenntnisse. Reek schon. „Das war Fremdverschulden, eindeutig“, betont er, ohne sich dazu öffentlich näher äußern zu wollen.

Das Feuer war in der Nacht zum Karfreitag ausgebrochen. Es waren 77 Feuerwehrleute aus Klötze, Immekath, Hohenhenningen, Wenze, Kusey, Lockstedt und Kalbe mit 15 Fahrzeugen im Einsatz. Erschwert wurden die Löscharbeiten durch den Wind. Infolge der immensen Hitze wurde 30 Meter weiter auch das Gebäude eines anderen Handwerksbetriebes in Mitleidenschaft gezogen. Die dazugehörige Schadenshöhe wurde von der Polizei auf 20 000 Euro beziffert.