Klötze l Flächenbrände gab es in diesem Sommer aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit zur Genüge. Einige Feuerwehren verfügen also über einen „brandaktuellen“ Erfahrungsschatz. Dennoch kann es nie schaden, sein Wissen zu vermehren. Genau darin sieht der 2015 gegründete Verein für Wald- und Flächenbrandbekämpfung seine Aufgabe. Die „Fire Crew“, gestählt durch große Brände wie beispielsweise in Portugal oder zuletzt in Schweden, hat bereits 2017 in der Feuerwehrschule in Heyrothsberge ein Tagesseminar zum Thema Flächenbrandbekämpfung für Führungskräfte durchgeführt. Am Sonnabend fand nun in Klötze eine solche Fortbildung für alle interessierten Feuerwehrleute aus dem Bereich der Stadt Klötze statt. 31 Kameraden aus Klötze, Immekath, Wenze, Quarnebeck, Trippigleben, Röwitz, Kunrau, Lockstedt, Dönitz, Hohenhenningen, Ristedt, Kusey, Neuferchau und Jahrstedt machten davon gerne Gebrauch. Zunächst gab es einen theo­retischen Block im Klötzer Feuerwehrhaus, ab mittag folgte ein praktischer Part auf einem Acker an der Lockstedter Chaussee.

Sicherheit sollte oberstes Gebot sein

Die Leitung hatte Kay Lütten vom Verein für Wald- und Flächenbrandbekämpfung inne. „Unser Anliegen ist es, die Feuerwehren auf kommunaler Ebene auszubilden“, sagte Lütten, der in Biederitz wohnt und in Magdeburg als Berufsfeuerwehrmann arbeitet. Der Ansatz sei, die Einsätze effektiver zu gestalten, wobei die Sicherheit der Feuerwehrleute stets an erster Stelle stehen sollte. Daher bleute er den Seminar-Teilnehmern ein, einen Flächenbrand nie von vorne, sondern von hinten oder der Seite zu bekämpfen. Außerdem sollte im Einsatz jemand abgestellt werden, der das Feuer und den Wind genau beobachtet, um die Kräfte im Fall der Fälle zu warnen. Wichtig sei es auch, dass sich die Feuerwehrleute immer einen Ausweg aus der Gefahrenlage offen halten. „Und es geht darum, dass so wenig Feuerwehrautos wie möglich verloren werden“, sagte Lütten und wusste, dass es schon vorgekommen sei, dass falsch geparkte Fahrzeuge den Flammen zum Opfer gefallen sind. Generell spiele auch der Untergrund eine Rolle. „Manchmal ist es nicht sinnvoll, auf den Acker zu fahren, weil man sich da festfahren kann“, erklärte Lütten.

Immer wieder entfachte er auf dem Feld unweit der Algenfarm einen neuen Flächenbrand, um zu sehen, ob es von den Lehrgangsteilnehmern richtig bekämpft wird. „Bis zu einer gewissen Flammenhöhe reicht einfaches Handwerkszeug wie Schippen oder Patschen“, sagte Stefan Lange von der Klötzer Feuerwehr. Sein Dank galt seinem Ortswehrleiter Mirko Pickert, der die Idee zu dem Seminar hatte, der Stadt Klötze, „die uns das ermöglicht hat“, und der Milcherzeugergenossenschaft Klötze, die für den Praxisteil eine Fläche zur Verfügung stellte. Lange wünschte sich, dass die Kameraden ihr angereichertes Knowhow nun in die Feuerwehren weitertragen.