Quarnebeck l Man schrieb das Jahr 1397, als das Geschlecht der Schulenburgs Quarnebeck erwarb. Zu jener Zeit, so steht es in der Chronik geschrieben, litten die Einwohner unter den Schäden, die das Wild auf den Feldern hinterließ. Also wurde eine Treibjagd organisiert. Damit war die Grafenfamilie aber gar nicht einverstanden und es drohten harte Strafen.

„Eine schwere Zeit", so besagt die Chronik, hatten die Quarnebecker auch im Dreißigjährigen Krieg zu überstehen. Von den einmarschierenden Soldaten kam der Befehl, das Dorf innerhalb von drei Tagen zu räumen. Viele Quarnebecker flüchteten nach Wenze. 16-Jährige wurden rekrutiert. „Für sie war das ein besonderes Abenteuer, waren sie doch noch zu jung, um zu begreifen, was es für sie bedeuten könnte“, heißt es dazu in der Chronik.

Hinzu kam die Pest, die 47 Einwohner dahinraffte, darunter auch 26 Kinder. An manchen Tagen fanden drei bis vier Beerdigungen statt. Die meisten Leichen wurden gleich hinter der heutigen Kirche in einem Massengrab bestattet. Bis heute wagt man sich an diese Stelle nicht heran, aus Angst, die Seuche könnte wieder ausbrechen.

In Quarnebeck gab es laut Chronik im Jahr 1835 insgesamt 158 Einwohner und 25 Häuser. Der Ort gehörte zum Kreis Gardelegen, das Kreisgericht befand sich in Beetzendorf, die Post in Klötze. 1842 sind im historisch-geografisch-topografischen Handbuch des Regierungsbezirkes Magdeburg eine evangelische Kirche, ein Küster, ein Schulhaus mit einem Lehrer, 26 Wohnhäuser, 202 evangelische Einwohner, neun Halbspänner, elf Häusler, neun Einlieger, ein Krug und eine Wassermühle aufgeführt.

1892 gab es 265 Einwohner, 1910 waren es 350, 1939 dann 311 Einwohner und zehn Jahre später 512. Mit einer Verordnung vom 4. Dezember 1952 wurde Quarnebeck dem neu gebildeten Landkreis Klötze zugeteilt. 1967 wurde von den Kameraden der Wenzer Feuerwehr die Abwasserkanalisation in Quarnebeck gelegt.

Laut Chronik fanden die Trauerfeiern bis Ende der 1950er Jahre im Hause des Verstorbenen statt, da es noch keine Trauerhalle gab. Die Bauern waren die Hauptbesitzer von Land und Gebäuden. Viele Leute arbeiteten bei ihnen. Brauchte man auf dem Hof einen Mann für die Arbeit, wurde er mit der Tochter verheiratet. Andere verdingten sich in der Forstwirtschaft.

Seit eh und je beliebt ist in Quarnebeck das Vereinsleben. So gab es früher einen Landwehrverein, einen Reitverein und einen Radfahrverein. Selbst eine Kochschule war im Dorf zu finden, geführt von den Wirtsleuten. Von 1945 bis 1950 war in Quarnebeck das Schachspielen besonders angesagt. Es wurde sogar ein Meister ermittelt.

Das rege Vereinsleben trug dazu bei, dass die Dorfbewohner immer mehr zusammenhielten. Die jungen Leute trafen sich samstagabends, um singend durchs Dorf zu ziehen. Da einst vor jedem Haus eine Bank stand, konnten darauf die älteren Leute Platz nehmen und so am Dorfleben teilnehmen.