Klötze l In der Mittagspause den Grill anheizen, um Hamburger und Bratwürste zu brutzeln – im normalen Berufsalltag fehlt dafür wohl häufig die Zeit. Anders ist das bei einer beruflichen Fortbildung. Erst recht, wenn sich die Teilnehmer auf diese Weise sogar noch eingehender mit dem theoretischen Thema befassen können. Und zwar ganz praktisch – beim Essen.

Diesen Ansatz haben die 20 Lehrerinnen gewählt, die sich seit Dienstag in Klötze fortbilden. Zusammengekommen sind sie bei der Firma Roquette, um sich über das Thema Algen und deren vielfältige Anwendungsmöglichkeiten zu informieren. Und so landeten zum Mittag auch nicht normale Frikadellen auf dem Grillrost, sondern Algen-Burger.

Zusammenarbeit mit der Sekundarschule

„Es ist das erste Mal, dass es eine Fortbildung zu diesem Thema gibt“, sagte Jörg Ullmann, Geschäftsführer der Klötzer Algenfarm. Auch überregional sei ihm nicht bekannt, dass es solch ein Angebot schon mal gegeben hat. Die Bedeutung der Algen, etwa als Lebensmittel, wachse immer mehr. Dem sollte nun mit der zweitägigen Veranstaltung Rechnung getragen werden. In Fachvorträgen wurde am Dienstagvormittag theoretisches Wissen zum Thema vermittelt. Am Nachmittag stand eine Führung durch die Algenfarm auf dem Programm. „Wichtig ist es, alles erlebbar zu machen“, betonte Jörg Ullmann.

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Die Algen sollten angefasst, unter dem Mikroskop betrachtet und gegessen werden. „Warum sollten wir das Thema nicht auch beim Mittagessen einfließen lassen?“, fragte Jörg Ullmann. So sei die Idee zum Grillen der Algen-Burger entstanden. Die gibt es übrigens von einem kommerziellen Hersteller.

Ausgeschrieben war das Angebot für die Lehrer in ganz Sachsen-Anhalt, erklärte Lehrerin Elke Gerlach von der Klötzer Ganztagssekundarschule. Die Schule und die Algenfarm arbeiten schon länger bei Projekten zusammen, um Schülern das Thema Alge näher zu bringen. Vor drei Jahren, im Rahmen eines Schulfestes, hat die Kooperation begonnen.

Teilnehmer aus Halle und Magdeburg

Ein Angebot für die Pädagogen hätte es aber noch nicht gegeben. So entstand die Idee, dass es mal eine Weiterbildung im Bereich des Hauswirtschaftsunterrichts geben könnte. Dieser Vorschlag wurde dann vom Lehrerinstitut Sachsen-Anhalt aufgegriffen. „Wir haben das praktisch von der Basis an die Spitze vorgeschlagen“, blickte Elke Gerlach zurück.

Interessant sei das Angebot aber nicht nur für Lehrer der Hauswirtschaft, auch die Fächer Geografie und Biologie spielen eine Rolle. „Es ist sonst sehr aufwendig, sich das Material zusammenzusuchen“, nannte Ullmann einen Vorteil.

Interesse hat das Thema dabei nicht nur bei Lehrern aus dem Altmarkkreis Salzwedel geweckt. Auch aus Halle und Magdeburg waren Kollegen nach Klötze gekommen. Übernachtet wurde in Zichtau. Dort bestand die Möglichkeit, die Seminarrunde am Abend noch fortzusetzen, erklärte Elke Gerlach.

Neuauflage ist noch ungewiss

Für die Teilnehmer geht es am Mittwoch, am zweiten Tag der Fortbildung, praktisch weiter. Dann stehen die Teilnehmer in der Klötzer Sekundarschule selbst am Herd und kochen mit Algen. Sushi soll zubereitet werden, ebenso grüne Eierkuchen, Algennudeln und noch einige Gerichte mehr.

Ob es eine Neuauflage des Angebots geben wird, konnte Jörg Ullmann noch nicht sagen. Dazu müsse erst das Feedback der Teilnehmer abgewartet werden. Er sei aber schon in der Runde von Lehrerinnen angesprochen worden, die das Thema gern an ihre Schulen bringen möchten.