Klötze/Steimke l Anonyme Bestattungen sind in den vergangenen Jahren sehr in Mode gekommen. Die Stadtverwaltung von Klötze trug dem Rechnung und ließ anonyme Gräberfelder auf den Friedhöfen anlegen. Gleiches trifft auf Urnen-Stelen zu, die, weil sie pflegeleicht sind, oft bevorzugt werden.

Im Ortsteil Steimke kam jetzt ein neuer Vorschlag auf: ein anonymes Gräberfeld mit der Möglichkeit, in einen Gedenkstein den Namen der Verstorbenen meißeln zu lassen, quasi halbanonym. Dieser Wunsch löste eine Debatte im städtischen Hauptausschuss am Mittwoch im Rathaus aus. Um diese Möglichkeit einzuräumen, müsste die Friedhofssatzung der Stadt geändert werden.

Erst alle Wünsche sammeln

„Ich bitte zu beachten“, warf Bürgermeister Uwe Bartels ein, „dass es bereits mehrere Wünsche aus den Ortsteilen zu den Friedhöfen gibt. Ich schlage deshalb vor, alle Anträge zusammenzutragen und in der Januar-Sitzung in einem Stück darüber zu befinden.“

Dass damit der Beschluss von der Tagesordnung genommen war, geriet in den Hintergrund. Einige Stadträte fragten genauer nach. Beispielsweise machte der Neuferchauer Henry Hartmann (CDU) darauf aufmerksam, „dass wir damit die anonymen Gräberfelder aufheben und eine Teilanonymität schaffen“. Ordnungsamtsleiter Ulf Dittfach, in dessen Zuständigkeit die Friedhöfe fallen, betonte: „Das wäre tatsächlich eine neue Bestattungsform, ein weiteres Angebot. Damit würden Bestattungen immer individueller werden. Doch wir können nicht überall alles anbieten, was kommt, das sollten wir gut überlegen.“ Das verursache auch zusätzliche Kosten.

Frank Kraskowski, Ortsbürgermeister von Steimke, erläuterte, dass er seit etwa drei Jahren immer wieder mal gefragt werde, wo für Verstorbene auf dem anonymen Gräberfeld Blumen abgelegt werden können. Er schlage eine Steinplatte, Säule oder Ähnliches vor, wo die eigentlich anonymen Namen gesammelt werden.

„Dann haben wir ein anonymes Feld und ein halbanonymes“, sagte Bartels. „Wir brauchen dafür eine neue Gebührensatzung und müssen uns über die Kosten klar sein.“ Marco Wille (UWG) warf ein, dass es nicht auf allen Friedhöfen Stelen gebe. Er empfahl Gemeinschaftsgräber, die die Stadt nicht finanziell belasten, aber pflegearme Anlagen für kleine Friedhöfe wären. Für Uwe Bock (UWG) passte „Namenszug und anonym nicht zusammen“. Letztlich soll im Januar entschieden werden.